I.Family-Studie: Neue Untersuchungen erforschen Geschmacksempfinden, Hirnaktivität bei der Lebensmittelauswahl und Schlafverhalten

Das Ernährungsverhalten und die Lebensmittelauswahl von Kindern und Jugendlichen sowie deren Einfluss auf die Gesundheit stehen im Fokus der europäischen I.Family-Studie, die das BIPS und die Universität Bremen koordinieren. In den letzten zwei Jahren fanden daher in acht europäischen Ländern – Belgien, Deutschland, Estland, Italien, Schweden, Spanien, Ungarn und Zypern – körperliche Untersuchungen und Interviews statt. Jetzt ist eine neue Reihe von Untersuchungen bei ausgewählten Familien gestartet, bei der die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Geschmacksempfinden, Hirnaktivität bei der Lebensmittelauswahl und Schlafverhalten erforschen.

Um das Geschmackempfinden zu untersuchen, testet das I.Family-Team beispielsweise, wie intensiv die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Süße oder Sahnigkeit von speziell zubereiteten Vanillepudding-Proben empfinden. Die Geschmacksvorlieben für Süße und Fett ermitteln sie mit zwei unterschiedlichen Sorten von Apfelsaft und Crackern. Eine Besonderheit sind die Messungen zur Hirnaktivität im Magnetresonanztomographen (MRT). Bei dieser Untersuchung betrachten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im ersten Schritt verschiedene Lebensmittelbilder, im zweiten Schritt beurteilen sie, ob das Lebensmittel gesund ist, und im dritten Schritt, ob es ihnen schmeckt. Das I.Family-Team vergleicht im Anschluss die Aktivität in bestimmten Regionen des Gehirns der Testpersonen innerhalb verschiedener Gruppen – verglichen werden Eltern mit ihren Kindern sowie Personen mit unterschiedlichem Körpergewichtsstatus.

Mit einem Bewegungsmesser (Akzelerometer) untersucht das I.Family-Team die Schlafqualität der Kinder und ihrer Familien. Für eine Woche tragen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer während des Schlafes den Bewegungsmesser am Handgelenk. Die Aufzeichnung soll Rückschlüsse auf die tatsächliche Schlafdauer erlauben und anzeigen, wie häufig der Schlaf in der Nacht unterbrochen wird. Um die Bewegungsaktivität an verschiedenen Orten zu messen, erhalten die Testpersonen außerdem ein GPS-Gerät und einen Bewegungsmesser. Ziel ist es herausfinden, wie sich Familien in ihrem Wohnumfeld täglich bewegen und welche städtebaulichen Merkmale die körperliche Aktivität beeinflussen.

Die Untersuchungen werden voraussichtlich Ende Oktober abgeschlossen sein. Mit ersten Ergebnissen ist ab Herbst 2016 zu rechnen.

Weitere Informationen zur I.Family-Studie:
www.ifamilystudy.eu/ifamily-news/resources/translated-resources/germany/
deutschland.ifamilystudy.eu/ueber-ifamily.html