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Preisträger der Alexander von Humboldt-Stiftung aus Nigeria forscht am BIPS und an der Universität Bremen

Dr. Obinna Ekwunife für ein Jahr Gast in der Kooperativen Nachwuchsgruppe „Evidence-Based Public Health“ / Forschungsthema: Gebärmutterhalskrebs bei Frauen in Nigeria

Die Exzellenz-Forschungsgruppe des BIPS und des Instituts für Public Health (IPP) der Universität Bremen hat hochrangige Verstärkung bekommen. Seit Beginn dieses Monats forscht der Forster-Preisträger Dr. Obinna Ekwunife aus Nigeria im Team der Kooperativen Nachwuchsgruppe „Evidence-Based Public Health“ unter Leitung von Professor Stefan K. Lhachimi. Die Gruppe wertet kontrollierte Studien (evidence) zum Gesundheitsschutz vergleichend aus und zieht wissenschaftliche Schlussfolgerungen. Der Gast aus Nigeria hat den Georg Forster-Forschungspreis der Alexander von Humboldt-Stiftung, eine der höchsten Auszeichnungen, die in Deutschland für Forschungsleistungen vergeben werden, erhalten. Ein Jahr lang wird er nun an der Universität Bremen tätig sein. Seine Fachgebiete sind Präventivmedizin und Gesundheitsökonomie.

Dr. Ekwunife befasst sich mit Gebärmutterhalskrebs, der in Nigeria ein großes Problem ist. Jährlich sterben in dem westafrikanischen Land etwa 8.000 Frauen daran, nach dem Brustkrebs ist sie die am häufigsten vorkommende Krebsart bei nigerianischen Frauen. Der Wissenschaftler vergleicht die Kosten von präventiven Gebärmutterhals-Schutzimpfungen vor erstem sexuellen Kontakt mit den Behandlungskosten bei Befall mit dem humanen Papillomavirus. „Cost effectiveness analysis of primary prevention against secondary prevention of cervical cancer in Nigeria” ist der genaue Titel seiner Forschungsarbeit. Um effektive Präventionsmaßnahmen einzuleiten, evaluiert Dr. Ekwunife verschiedene medizinische Interventionen. Sein Forschungsvorhaben lässt sich hervorragend in den Kontext der Nachwuchsforschungsgruppe Evidence-Based Public Health einbinden. Nicht nur die Theorie seines Themas, sondern auch die methodische Herangehensweise, nämlich die Durchführung einer systematischen Übersichtsarbeit mit anschließender gesundheitsökonomischer Modellierung, passt zu den Themen der anderen Forscherinnen und Forscher im Team. „Durch die Expertise, die Dr. Ekwunife mitbringt und durch den stetigen Austausch mit den Mitgliedern der Forschungsgruppe ist zu erwarten, dass sowohl Dr. Ekwunife als auch die Nachwuchsforschungsgruppe von dieser Kooperation profitieren werden“, sagt Professor Stefan K. Lhachimi.

Der Forster-Preisträger hat sich die Universität Bremen selbst ausgewählt. Der wissenschaftliche Austausch, der für ihn hier möglich ist, war einer der Beweggründe für seine Entscheidung. „Besonders im Bereich Public Health hat die Universität Bremen einen internationalen Bekanntheitsgrad errungen“, sagt der Gast. „Mich erwartet eine eindrucksvolle wissenschaftliche Erfahrung.“

Zur Person:
Dr. Ekwunife war 2007 und 2008 Graduate Assistant am „Department of Clinical Pharmacy and Pharmacy Management” der University of Nigeria in Nsukka im Südosten Nigerias. Seine Doktorarbeit schrieb er über die Verbesserung von Blutdruckkontrollen. 2008 bis 2011 unterrichtete er als Dozent an der Universität in Nsukka. 2013 übernahm Dr. Ekwunife eine Leitungstätigkeit im „Department of Clinical Pharmacy and Pharmacy Management” der Nnamdi Azikiwe University in Awka. Seit Januar ist der 37-Jährige Mitglied in der Kooperativen Nachwuchsgruppe, die sowohl am BIPS als auch im Fachbereich Gesundheitswissenschaften der Universität Bremen forscht.

Georg Forster-Forschungspreis der Alexander von Humboldt-Stiftung:
Mit dem Georg Forster-Forschungspreis werden herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Fachrichtungen geehrt, die ihren Arbeits- und Lebensmittelpunkt in einem Entwicklungs- oder Schwellenland haben. Sie werden eingeladen, selbst gewählte Forschungsvorhaben ein Jahr lang in Kooperation mit Fachteams in Deutschland durchzuführen und können sich auch ihre Partner selbst auswählen.