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Mobilität und Teilhabe im Alter fördern

Fachtagung stellt mögliche Synergien in der gesundheitlichen Versorgung älterer Menschen vor

Fachtagung stellt mögliche Synergien in der gesundheitlichen Versorgung älterer Menschen vor.

Bereits 2030 wird jeder dritte Bundesbürger älter als 60 Jahre sein und die Lebenserwartung steigt weiterhin. Für die Gesellschaft, aber auch für jeden Einzelnen stellt der demografische Wandel eine Aufgabe dar, wie das Leben im Alter gesund und aktiv gestaltet werden kann. Alte Menschen benötigen oft eine besondere Versorgung in Medizin, Pflege und Ernährung.

Die geriatrische Fachtagung „Gemeinsam geht was! – Mobilität und Teilhabe durch multiprofessionelle Zusammenarbeit“ am Mittwoch, 30. Oktober 2013, 14 – 18 Uhr im Haus der Wissenschaft informiert nun darüber, wie eine Zusammenarbeit verschiedener Akteure aus Forschung, Medizin und Pflege die Teilhabe und Mobilität älterer Menschen verbessern kann.

Mediziner und Wissenschaftler berichten über Forschungen zu Bewegungsstörungen, Kräfteverfall und über Studien zur Bewegungsförderung in Altenheimen. Anschließend werden zwei Beispiele guter Praxis aus dem Bremer Raum vorgestellt.

In seiner Einleitung erläutert Prof. Dr. med. Hajo Zeeb vom BIPS wichtige Kennzahlen zur Gesundheitsförderung im Alter. Er weist darauf hin, dass nur ein kleiner Teil der älteren Menschen das empfohlene Ausmaß für gesundheitsfördernde Bewegung und körperliche Aktivität erreicht.

Muskelabbau ist eine typische Erscheinung im Alter. Inaktivität und eiweißarme Ernährung sind wichtige Auslöser für den Verlust. Dr. med. Jürgen Bauer vom Klinikum Oldenburg berichtet, dass selbst gesunde 75-Jährige während nur 10 Tagen Immobilität, zum Beispiel bei einem Krankenhausaufenthalt, etwa 10 Prozent ihrer Muskelmasse einbüßen.

Dr. med. Jennifer Anders vom Albertinen-Haus – Geriatrische Klinik Hamburg berichtet über Gangstörungen im Alter und die schwerwiegenden Folgen von Stürzen. Es wird geschätzt, dass etwa ein Drittel der Menschen über 65 Jahren mindestens einmal im Jahr hinfällt. Kräftigung der Muskeln kann dieses Risiko erheblich mindern. Auch Prof. Angelika Zegelin-Abt von der Universität Witten / Herdecke berichtet über Bewegungsförderung in Altenheimen.

Im Anschluss an die wissenschaftlichen Vorträge berichtet Monika Mehring über das Praxisprojekt Mobilität im Alltag der Bremer Heimstiftung. Mit oft erstaunlich einfachen Lösungen entwerfen Fachkräfte verschiedener Professionen zusammen mit Bewohnern und mit Angehörigen individuelle Bewegungsprogramme, die eine Schwächung des Körpers und damit einer weiteren Immobilität und Isolation entgegen wirken.

Die Paritätischen Pflegedienste verwirklichen im Bremer Stadtteil Kirchhuchting präventive Gesundheitsprogramme für Senioren. Wolfgang Müller stellt die konkreten Angebote, den dahinter stehenden Gesundheitsbegriff und Aspekte der Erfolgsmessung vor.

Die Tagung ist eine gemeinsame Veranstaltung des Leibniz-Instituts für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS, der Bremer Heimstiftung, der Paritätischen Pflegedienste Bremen und der Universität Bremen. Sie richtet sich an Fachkräfte aus dem Gesundheits- und Pflegesektor; Ärzte/innen; Fachkräfte aus den Bereichen Bewegung und Ernährung und an Mitarbeiter von Kostenträgern.

Programm der Tagung