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Neue Studie am BIPS: Wie hängen Bewegungs- und Essverhalten zusammen?

Chips isst man auf dem Sofa, vor dem Sport gibt es eher eine Banane. Soweit das Klischee. Doch stimmt das überhaupt? Ob unser Bewegungsverhalten einen Einfluss darauf hat, was wir essen, das wollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS in einem neuen Forschungsprojekt herausfinden.

Junge Menschen auf dem Sofa

Wie hängen Bewegungs- und Essverhalten zusammen?

Dazu sammeln sie Daten aus Bewegungssensoren und Informationen zum tatsächlichen Bewegungs- und Essverhalten, um damit Algorithmen zu trainieren und auffällige Muster zu erkennen. Mit diesem Wissen lassen sich dann in Zukunft leichter Rückschlüsse auf das tatsächliche Verhalten in Echtzeit ziehen.


„Ein gesundes Ernährungs- und Bewegungsverhalten schützt vor vielen chronischen Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Osteoporose und Krebs. Die kombinierte Echtzeit-Messung  von körperlicher Aktivität auf Essverhalten ist aber schwierig. Um zu erkennen, wie aktive oder sitzende Verhaltensweisen, die Lebensmittelauswahl und vielleicht sogar die Entstehung  von Erkrankungen beeinflussen, brauchen wir aber genauere Daten. Hierfür müssen wir neue Messmethoden entwickeln“, erklärt Dr. Antje Hebestreit, Leiterin der Fachgruppe Lebensstilbedingte Erkrankungen am BIPS und dort die Leiterin des neuen Projekts.


Aktivitätstracker sollen bestimmte Verhaltensweisen leichter erkennen


Das Projekt trägt den Namen WEALTH. Das steht für „Wearable sensor assessment of physical and eating behaviours“ oder auf Deutsch „Tragbare Sensoren für die Erfassung von Bewegungs- und Ernährungsverhalten“. In WEALTH wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine neue Methodik entwickeln, die eine Verarbeitung der Daten von Bewegungsmessern mit Echtzeit-Befragungen zum Essen von Snacks oder Mahlzeiten verbindet. So sollen sich zukünftig Verhaltensweisen mit Aktivitätstrackern auch in ihrem Kontext erfassen lassen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler könnten damit erkennen, ob man beim Fernsehen wirklich eher Chips isst, als etwa nach dem Sport. Dazu werden von bis zu 600 Erwachsenen in vier europäischen Ländern Bewegungsdaten erhoben. Auf zwei verschiedene Weisen: Einmal sollen die Probandinnen und Probanden einem Protokoll von Verhaltensweisen folgen, dann wieder sollen sich komplett normal verhalten.


„WEALTH wird schließlich die Ergebnisse auf einer Website veröffentlichen und ein einfach zu verwendendes und offen zugängliches System zur Messung von Bewegungs- und Essverhalten zur Verfügung stellen, das auch für künftiges Monitoring der öffentlichen Gesundheit von hohem Wert sein wird“, erklärt Hebestreit das finale Ziel des Projekts.


Das Konsortium des Forschungsprojekts umfasst sechs Partner aus fünf Ländern (Irland, Deutschland, Belgien, Tschechische Republik, Frankreich) und einen Kooperationspartner (Niederlande). WEALTH erhält insgesamt rund 1,4 Mio. € Förderung und wird in Deutschland vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Projektkoordinator ist Prof. Dr. Alan Donnelly (Universität von Limerick, Irland), Co-Projektleitung ist Dr. Antje Hebestreit.


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Das BIPS – Gesundheitsforschung im Dienste des Menschen


Die Bevölkerung steht im Zentrum unserer Forschung. Als epidemiologisches Forschungsinstitut sehen wir unsere Aufgabe darin, Ursachen für Gesundheitsstörungen zu erkennen und neue Konzepte zur Vorbeugung von Krankheiten zu entwickeln. Unsere Forschung liefert Grundlagen für gesellschaftliche Entscheidungen. Sie informiert die Bevölkerung über Gesundheitsrisiken und trägt zu einer gesunden Lebensumwelt bei.


Das BIPS ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft, zu der 96 selbstständige Forschungseinrichtungen gehören. Die Ausrichtung der Leibniz-Institute reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute widmen sich gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevanten Fragen. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 20.000 Personen, darunter 10.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei mehr als 1,9 Milliarden Euro.