Versichertenstichprobe

Die Pharmakoepidemiologische Forschungsdatenbank

Im Bereich der Pharmakoepidemiologie hat die Forschung auf Basis von Sekundärdaten in den letzten Jahrzehnten zunehmend an Bedeutung gewonnen. Pharmakoepidemiologische Forschungsdatenbanken erlauben die Untersuchung der Wirksamkeit von Arzneimitteln und Impfstoffen in der Routineversorgung sowie insbesondere die Identifizierung seltener Risiken dieser Substanzen in der klinischen Praxis und dies auch über längere Zeiträume. Gleichzeitig ermöglichen sie eine Analyse der Arzneimittel- und Impfstoffanwendung nach Zulassung und erweitern somit nachhaltig die Erkenntnisbasis für diese Substanzen. Zudem liefern sie wichtige Daten für die Versorgungsforschung. Das BIPS arbeitet seit 2004 am Aufbau und an der Pflege der projektbezogenen Pharmakoepidemiologischen Forschungsdatenbank (German Pharmacoepidemiological Research Database, abgekürzt GePaRD). GePaRD enthält Abrechnungsdaten gesetzlicher Krankenversicherungen und umfasst Informationen von derzeit ca. 20 Millionen Personen, die seit 2004 bei einer der teilnehmenden Krankenkassen versichert waren. Neben demographischen Angaben, enthält GePaRD Informationen zu Arzneimittelverordnungen sowie ambulanten und stationären Leistungen und Diagnosen. Pro Datenjahr stehen Informationen zu ungefähr 17% der Allgemeinbevölkerung aus allen geographischen Regionen Deutschlands zur Verfügung.

Verwendung der Datenbank für Studien

Der Zugriff auf die Datenbank ist nur für Mitarbeiter des BIPS im Rahmen von behördlich genehmigten Forschungsprojekten möglich. Es ist dem BIPS nicht gestattet, Dritten den Zugang zu den Daten zu gewähren. Das BIPS kann aber behördlich geforderte Studien mit diesen Daten durchführen. Die Genehmigung von Projekten basiert auf der Bewilligung des Vorhabens durch die Krankenversicherungen und der jeweils zuständigen Behörden (z.B. das Bundesversicherungsamt für bundesweit vertretene Krankenversicherungen). Hierfür werden den Krankenversicherungen für jedes geplante Forschungsvorhaben projektspezifische Genehmigungsanträge vorgelegt. Bei Zustimmung der Versicherung erbittet diese bei der zuständigen Behörde die offizielle Bewilligung des Projektes, welche nach § 75 Sozialgesetzbuch (SGB) X erteilt werden kann, wenn das Interesse des Projektes für die öffentliche Gesundheit dem Recht auf Schutz persönlicher Daten überlegen ist. Der Prozess der Genehmigung durch die Krankenversicherungen und der zuständigen Behörde kann mehrere Wochen und manchmal auch länger dauern.

Wir danken der AOK Bremen/Bremerhaven, der DAK-Gesundheit, der hkk Krankenkasse und der Techniker Krankenkasse (TK) ganz herzlich für die langjährige Unterstützung beim Auf- und Ausbau der Pharmakoepidemiologischen Forschungsdatenbank (GePaRD) am BIPS.

Weitere Informationen:
gepard(at)leibniz-bips.de

Datenbankbeschreibung (auf Englisch)