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Genetische Epidemiologie - Aufbau eines neuen Forschungsschwerpunkts

Beschreibung

Epidemiologische Studien sind seit jeher von großer Bedeutung für die Erforschung möglicher Risikofaktoren von Krankheiten auf Populationsebene. Seit einigen Jahren bekommen epidemiologische Studien jedoch, bedingt durch die Entwicklungen auf dem Gebiet der Genomanalyse, eine neue Qualität. In immer stärker wachsendem Maße wird im Rahmen epidemiologischer Studien der Frage nachgegangen, ob sich bei einer an einer bestimmten Krankheit leidenden Bevölkerungsgruppe Ähnlichkeiten in ihrer genetischen Disposition nachweisen lassen. Dabei ist das letztendliche Ziel, verantwortliche Gene zu identifizieren, so die Pathogenese der Krankheit zu erklären und sie kausal therapieren zu können. Das Vorhaben dient der Erschließung dieses wichtigen neuen Gebiets für das BIPS, um eine langfristige Stabilisierung des BIPS in der Forschungslandschaft zu ermöglichen. Das Vorhaben soll die für die spätere Akquisition so entscheidende Vorlaufsforschung leisten und damit die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen, auf diesem Gebiet erfolgreich akquirieren und das Spektrum potenzieller Drittmittelgeber deutlich erweitern zu können.

Im Bereich der genetischen Epidemiologie besteht derzeit ein deutlicher Bruch zwischen den zur Verfügung stehenden, oft durch ad-hoc-Überlegungen motivierten Methoden und den tatsächlichen Anforderungen. Die Ziele des Vorhabens umfassen zum einen die Methodenentwicklung hinsichtlich sowohl statistischer Verfahren der genetischen Epidemiologie und der Bioinformatik als auch des Datenmanagements und zum anderen die erfolgreiche Anwendung der entwickelten Methoden. In der Arbeitsgruppe getestete und/oder erarbeitete Methoden sollen in Form einer "Toolbox" zur Verfügung gestellt werden. Dies wird dann die Grundlage sein zur Schaffung eines überregionalen Servicebereichs im BIPS, der u.a. Methodenberatung, Datenbankentwicklung und die Bereitstellung vorhandener Daten umfasst. Zusammenfassend besteht damit das Ziel in der Etablierung eines überregionalen Forschungsschwerpunkts im BIPS.

Förderzeitraum

Beginn:   September 2002
Ende:   Februar 2006

Förderer

  • Senator für Bildung und Wissenschaft der Freien Hansestadt Bremen

Kontaktperson

Dr. rer. nat. Karin Bammann

Kooperationspartner

  • Prof. Dr. Heike Bickeböller (Georg-August-Universität, Göttingen, Abteilung Genetische Epidemiologie)
  • Dr. Vanessa Didelez (University College London, Department of Statistical Science, London/Großbritannien)
  • Dr. Clelia DiSerio (Università Vita-Salute San Raffaele, Facoltà di Psicologia, Milano/Italien)
  • Dr. David Edwards (Novo Nordisk A/S, Bagsværd/Dänemark)
  • Prof. Dr. Michael Krawczak (Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, Institut für Medizinische Informatik und Statistik)
  • Dr. Nuala Sheehan (University of Leicester, Department of Health Sciences, Leicester/Großbritannien)
  • Prof. Dr. Andreas Ziegler (Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Institut für Medizinische Biometrie und Statistik)

Ausgewählte Veröffentlichungen zum Projekt

    Zeitschriftenartikel mit peer-review

  • Zierer A, Reineke A, Drutschmann D, Blohm D, Pigeot I. Normalisierungs-Methoden für one-channel Microarrays in der Organismen-Identifikation. GMS Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. 2007;3(1):Doc06.
    http://www.egms.de/en/journals/mibe/2007-3/mibe000054.shtml
  • Bammann K, Wawro N. Die Einbeziehung genetischer Faktoren in Studien der Epidemiologie. Bundesgesundheitsblatt, Gesundheitsforschung, Gesundheitsschutz. 2006;49(10):974-981.
  • Wawro N, Bammann K, Pigeot I. Testing for association in the presence of population stratification: A simulation study comparing the S-TDT, STRAT and the GC. Biometrical Journal. 2006;48(3):420-434.
  • Pigeot I, Bammann K, Reineke A, Wawro N, Zierer A. Statistical methods in genetics: From microarrays to genetic epidemiology - an overview. Jahresbericht der Deutschen Mathematiker Vereinigung. 2004;106:3-38.
  • Vorträge bei wissenschaftlichen Tagungen

  • Bammann K, Foraita R, Pigeot I, Suling M, Günther F. Modelling gene-gene- and gene-environment-interactions with directed graphs. IEA-EEF European Congress of Epidemiology 2006, Epidemiology and Health Care Practice. 28.Juni - 1.Juli 2006, Utrecht, The Netherlands.
  • Wawro N, Pigeot I. Self-Organizing Maps as new tool to detect population structure. IEA-EEF European Congress of Epidemiology 2006, Epidemiology and Health Care Practice. 28.Juni - 1.Juli 2006, Utrecht, The Netherlands.
  • Pigeot I. Einführung in die genetische Epidemiologie. Doktorandenkolleg "Chancen und Risiken im Gesundheitssystem: Evidence-Based Medicine, Health Technology Assessment und gesundheitsrechtliche Regulierung" an der Universität Bremen. 5. Januar 2005, Bremen.
  • Reineke A, Pigeot I. Effekte unterschiedlicher Verfahren bei der Bildanalyse von cDNA-Microarrays. 51. Biometrisches Kolloquium, 21.-23. März 2005, Halle (Saale).
  • Zierer A, Pigeot I. Berücksichtigung der Wahl von k bei der Kontrolle der generalisierten FWER und deren Anwendung für genetische Daten. 12. Jahrestagung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie (dae) gemeinsam mit 50. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS), 11.-15. September 2005, Freiburg.
  • Reineke A, Pigeot I. Vergleich und Betrachtung der Auswirkungen verschiedener Bildanalyseverfahren für die Auswertung von cDNA-Microarrays. 49. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds), 26.-30. September 2004, Innsbruck, Österreich.
  • Zierer A. Adjustierung für multiples Testen in Mikroarray-Genexpressions-Experimenten. Treffen der Methodenzentren genetischen Epidemiologie (GEM), 13. Dezember 2004, Lübeck.
  • Poster bei wissenschaftlichen Tagungen

  • Zierer A. Multiple testing in microarray experiments - considerations towards the generalized FWER. First Annual Retreat of the Graduate Group in Computational and Genomic Biology, Berkeley, 1.-3. April 2005, Marshall, USA.