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Validierungsstudie zur Inzidenz von Hodentumoren bei Beschäftigten in der Metall-Industrie

Beschreibung

Die vom BIPS 2002 vorgelegte Inzidenzstudie zum Auftreten von Hodentumoren bei Beschäftigten in der Metall-Industrie ergab erhöhte Hodenkrebsraten bei Beschäftigten eines Werksstandortes und in bestimmten Betriebsbereichen sowie bei Männern über 50 Jahren. Gleichzeitig ergaben sich Hinweise auf eine Untererfassung der inzidenten Fälle in den Jahren 1989-1995. Datengrundlage für die Fallerfassung waren ausschließlich die Meldungen der Betriebskrankenkasse (BKK). Es konnte nicht geklärt werden, ob diese Meldungen vollständig waren. Um die ermittelten Erkrankungsfälle zu validieren und gegebenenfalls übersehene Fälle nachzuerheben, wurde in den urologischen Abteilungen von vier behandelnden Kliniken (in denen über 50% der erfassten Fälle behandelt wurden) eine systematische Datenerhebung aller an Hodentumoren erkrankten Beschäftigten in der Metall-Industrie durchgeführt. Darüber hinaus erfolgte eine Recherche zusätzlicher Fälle über die Tumornachsorgeleitstelle für den größten Teil der Erhebungsregionen. Die Nacherhebung schloß alle Fälle bis einschließlich 31.12.2003 ein. Die Auswertungen zeigten eine Fehlklassifikation von 15% der BKK-Meldungen. Durch die Datenerhebung in Kliniken und Nachsorgeleitstellen wurden etwa 50% neue Fälle erhoben. Die Hälfte dieser neu erhobenen Fälle war ebenfalls in der BKK versichert. Bei der Diagnosesicherung wurde großes Gewicht auf die Feststellung des histologischen Typs gelegt, die erhobenen Diagnosen wurden nach ICD-O, ICD-9 und ICD-10 codiert. Auf dieser Datenbasis wurde eine neue Inzidenzberechnung nach Werksstandorten sowie nach Arbeitsbereichen durchgeführt. Die Studie bestätigte die erhöhte Inzidenz in einem Werk. In der gesamten Kohorte betrug die standardisierte Inzidenz 14,10, verglichen mit der vom dortigen Krebsregister angegebenen Inzidenz von 10,60 im Saarland. Das Exzess-Risiko war bei älteren Arbeitnehmern besonders stark ausgeprägt (50-59 Jahre: SIR 1,7; 95%-KI 1,09-2,57 und 60-69 Jahre: SIR 10,4; 95%-CI 5,58-19,26). Der interne Vergleich ergab statistisch signifikant erhöhte Risiken in den Arbeitsbereichen Büroarbeit, Werkzeugbau und Maschinenbetreuung.

Förderzeitraum

Beginn:   November 2003
Ende:   September 2004

Förderer

  • Unternehmen der KFZ-Branche

Kontaktperson

PD Dr. med. Thomas Behrens