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Erstellung eines "Gutachten zur Qualität der Datengrundlagen für morbiditätsbezogene Regelleistungsvolumen in der vertragsärztlichen Versorgung"

Beschreibung

Vor dem Hintergrund der ab 2009 gesetzlich vorgesehenen Morbiditätsorientierung der vertragsärztlichen Vergütung in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) wurde die ICD-Kodierqualität für ambulante Diagnosen untersucht. Zu diesem Zweck wurden für eine Stichprobe von ca. 5 Mio. Versicherten die Diagnosen und Abrechnungsdaten der Jahre 2001–2003 verknüpft mit Verordnungsdaten der Jahre 2002–2003. Die Ergebnisse zeigen, dass die im Rahmen des Untersuchungszeitraums nicht obligatorische Dokumentation der Diagnosesicherheit nur bedingt geprüft werden konnte, da hierzu nur in 7,4% der Fälle entsprechende Kennzeichnungen vorlagen. Die Prüfung der Kontinuität chronischer Erkrankungen zeigte nach einem Abfall gegenüber dem Referenzquartal um mindestens 6% in den später folgenden Quartalen einen geringen
weiteren Rückgang. Der abrupte Abfall zu Beginn könnte auf die Kodierung nicht bestätigter Verdachtsdiagnosen hinweisen, während der leichte folgende Rückgang auf eine Unterkodierung hindeuten könnte. Die Messung der Persistenz akuter Diagnosen bot kaum Hinweise auf ihre fälschliche Beibehaltung in den Folgequartalen. Deutliche Hinweise für eine Unterkodierung fanden sich z.B. bei Patienten mit einer Insulinverordnung, wenn hier eine Diabetes-Diagnose fehlte. Bei Versicherten mit ausgewählten Einzeldiagnosen ließ sich eine Vielzahl von Verordnungen feststellen, die nicht in Einklang mit der geprüften Diagnose zu bringen waren. Bevor aus den Ergebnissen Schlussfolgerungen für die morbiditätsorientierte Vergütung gezogen werden, sollten die Auswertungen mit der inzwischen vorgeschriebenen Angabe zur Diagnosesicherheit unter Berücksichtigung der eingetretenen Änderungen des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM)* durchgeführt werden.

Förderzeitraum

Beginn:   Mai 2005
Ende:   September 2005

Förderer

  • Mitgliedsorganisationen des Bewertungsausschusses

Kontaktperson

Dr. rer. medic. Hermann Pohlabeln

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Auszug aus dem Gutachten zur Qualität der Datengrundlagen für morbiditätsbezogene Regelleistungsvolumen in der vertragsärztlichen Versorgung gemäß §§ 85a und 85b SGB V

Ausgewählte Veröffentlichungen zum Projekt

    Zeitschriftenartikel mit peer-review

  • Giersiepen K, Pohlabeln H, Egidi G, Pigeot I. Die ICD-Kodierqualität für Diagnosen in der ambulanten Versorgung. Bundesgesundheitsblatt, Gesundheitsforschung, Gesundheitsschutz. 2007;50(8):1028-1038.
  • Poster bei wissenschaftlichen Tagungen

  • Giersiepen K, Pohlabeln H, Egidi G, Pigeot I. Die ICD-Kodierqualität für Diagnosen in der ambulanten Versorgung. "Versorgung und Prävention", 6. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung und 2. Nationaler Präventionskongress, 24.-27. Oktober 2007, Dresden. (Abstract publiziert in: Prävention und Gesundheitsförderung. 2007;2(Suppl.1):103-104)