Positionspapier fordert Verbesserung der Gesundheit benachteiligter Menschen

Das „Zukunftsforum Public Health“, in dem sich Expertinnen und Experten für öffentliche Gesundheit aus ganz Deutschland - darunter auch aus dem BIPS - vernetzt haben, sieht in der sozialen Ungleichheit einen der größten Risikofaktoren für eine schlechte Gesundheit. In einem Positionspapier hat das Forum die politischen Parteien in Deutschland nun zum Handeln aufgefordert.

 

Die vier Kernforderungen aus dem Positionspapier:

1.

Auch wenn jeder Mensch viel für die eigene Gesundheit tun kann, so sind doch wirtschaftliche und soziale Rahmenbedingungen entscheidend für die Gesundheit der Bevölkerung. Politische Entscheidungsträger gestalten diese Rahmenbedingungen durch die Schaffung gesetzlicher Grundlagen, die Bereitstellung objektiver und verlässlicher Informationen und die Gestaltung von Infrastruktur wesentlich mit. Die Gesundheit der Bevölkerung ist ein wichtiges Ziel von Politik. Wissenschaftliche Evidenz und Transparenz müssen dabei die Grundlage des politischen Handelns sein.

2.

Die Gesundheit der Menschen, die Wirtschaft und die Umwelt sind untrennbar miteinander verbunden. Gute Luft, sauberes Wasser, gesunde Ernährung und bewegungsfördernde Lebensräume sind ebenso wichtig für die Gesundheit in jedem Lebensalter wie Bildung, Arbeit und Wohlstand. Gesunde Menschen sind die Voraussetzung für eine gesunde Wirtschaft ­ und umgekehrt. Politik muss systematisch die Auswirkungen von Entscheidungen auf Gesundheit berücksichtigen (Health in all Policies).

3.

In Armut lebende Menschen haben ein höheres Risiko zu erkranken und vorzeitig zu sterben. Soziale Ungerechtigkeit beeinträchtigt die Gesundheit und führt zu Konflikten in der Gesellschaft.  Die Beseitigung von Armut und Ungerechtigkeit ist außerordentlich wichtig für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Die Gesundheit gesellschaftlich Benachteiligter muss verbessert und ihre Teilhabe an der Gesellschaft gefördert werden. Dies trägt dazu bei, gesellschaftliche Konflikte und Extremismus einzudämmen.

4.

Was für unsere Gesundheit wichtig ist, gilt auch für Globale Gesundheit.  Wir lernen das Gleiche immer wieder: Soziale Ungerechtigkeiten, Zerstörung der Umwelt und strukturelle Gewalt führen zu (internationalen) Konflikten und Gesundheitsproblemen. Diese bleiben nicht auf einzelne Länder begrenzt. Die wissenschaftliche Evidenz für den Klimawandel ist eindeutig. Auswirkungen sind heute schon spürbar. Sie bedrohen bereits in diesem Jahrhundert Sicherheit, Wirtschaft und Gesundheit national und global. Deutschland muss international Verantwortung übernehmen, sich für Chancengleichheit einsetzen, Diskriminierung abbauen, funktionierende Gesundheitssysteme stärken und eine führende Rolle bei der Eindämmung des Klimawandels einnehmen.

 

Das vollständige Positionspapier können Sie <media 4021 - - "TEXT, Postitionspapier – Zukunftsforum Public Health, positionspapier_april_2017.pdf, 211 KB">hier</media> herunterladen.

Das White Paper Public Health finden Sie hier.