Teilnahme an Studie wird belohnt: 18-Jähriger aus Delmenhorst gewinnt Werder-Trikot

Wilhelmshaven und Delmenhorst sind die deutschen Standorte der europäischen IDEFICS/I.Family-Studien. Zwischen 2007 – 2016 wurden darin die Gesundheit und die Lebensgewohnheiten von mehr als 16.000 Kindern und ihren Familien in neun Ländern untersucht. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben dazu beigetragen, wichtige Erkenntnisse für die Gesundheitsforschung zu gewinnen. Bis vor kurzem lief eine Online-Folgebefragung.

Dass es sich lohnt, an einer solchen Studie teilzunehmen, weiß jetzt der 18-jährige Malte Milan Ritter aus Delmenhorst. Er hat ein Werder-Trikot mit Unterschriften aller Spieler gewonnen. Dieses hat das IDEFICS/I.Family-Team unter den teilnehmenden Kindern und Jugendlichen verlost. Neben Ritter gibt es noch drei andere Gewinnerinnen und Gewinner. Eine in Delmenhorst und zwei in Wilhelmshaven.

Ritter freut sich über das Trikot auch wenn er eingesteht: „Ich bin eigentlich HSV- und kein Werder-Fan.“ Das Trikot will er an einen Freund verschenken. Für ihn war ein möglicher Gewinn auch nicht ausschlaggebend, um sich an der Studie zu beteiligen: „Es ist schon toll, bei einer so großen Studie dabei zu sein. Sie begleitet mich ja jetzt auch schon recht lange. Am Ende helfe ich mit meiner Teilnahme vielleicht anderen Kindern und Jugendlichen, gesünder zu leben.“

„Ich freue mich sehr, dass ich mit den Trikots etwas an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der IDEFICS/I.Family-Studien zurückgeben kann. Wir als Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wissen ihren Einsatz sehr zu schätzen und sind ihnen unglaublich dankbar für ihre Teilnahmebereitschaft“, sagt die Studienkoordinatorin für Deutschland Dr. Antje Hebestreit vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS, die das Trikot an Ritter überreicht hat.

Hintergrund: I.Family - Du bist, was Du isst und wie Du isst

Das I.Family-Projekt hat untersucht, wie sich Kinder und Jugendliche in Europa ernähren, welche Faktoren dies beeinflussen und wie sich ihr Lebensstil langfristig auf ihre Gesundheit auswirkt. An der Studie beteiligten sich 17 Forschungsinstitute und Unternehmen aus 12 europäischen Ländern. Beginn des Projektes war im März 2012, Ende im Februar 2017. Die Europäische Kommission hat die groß angelegte Studie im Rahmen des siebten Forschungsrahmenprogramms mit insgesamt neun Millionen Euro finanziert.

Viele Faktoren beeinflussen das Ernährungsverhalten und die Auswahl der Nahrungsmittel. Zeit mit der Familie und Einfluss der Eltern konkurrieren mit einem modernen und unabhängigen Lebensstil. Industriell aufbereitete Lebensmittel, Getränke und Snacks sind immer verfügbar, begleitet vom Marketing der Lebensmittelindustrie und dem Druck durch Gleichaltrige. Zerstreuung am Bildschirm ersetzt körperliche Aktivität. Ergänzt werden all diese Faktoren mit erlernten Geschmackspräferenzen und genetischen Prädispositionen.

Aufbauend auf der IDEFICS-Studie (www.idefics.eu) mit über 10.000 teilnehmenden Kindern in Europa ermöglichte I.Family einen tieferen Einblick in die wichtigsten Einflüsse auf den Lebensstil europäischer Kinder in Bezug auf ihre Ernährung. Dazu betrachtete I.Family die in der IDEFICS-Studie bereits untersuchten Kinder und ihre Familien. Im Fokus stand der Vergleich von den Familien, die ein gesundes Ernährungsverhalten angenommen hatten mit denjenigen, die ihren bisherigen Lebensstil beibehalten hatten. So hat das Projekt zum Verständnis der biologischen, verhaltensbezogenen, sozialen und umweltbedingten Einflüsse auf das Ernährungsverhalten von Kindern in der Phase des Erwachsenwerdens beigetragen. Mit der kürzlich abgeschlossenen Nachbefragung kann der weitere Verlauf des Ernährungs- und Bewegungsverhaltens im Zusammenhang mit der körperlichen und seelischen Gesundheit der Jugendlichen und jungen Erwachsenen untersucht werden.

Das BIPS – Gesundheitsforschung im Dienste des Menschen

Die Bevölkerung steht im Zentrum unserer Forschung. Als epidemiologisches Forschungsinstitut sehen wir unsere Aufgabe darin, Ursachen für Gesundheitsstörungen zu erkennen und neue Konzepte zur Vorbeugung von Krankheiten zu entwickeln. Unsere Forschung liefert Grundlagen für gesellschaftliche Entscheidungen. Sie informiert die Bevölkerung über Gesundheitsrisiken und trägt zu einer gesunden Lebensumwelt bei.

Das BIPS ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft, zu der 96 selbstständige Forschungseinrichtungen gehören. Die Ausrichtung der Leibniz-Institute reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute widmen sich gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevanten Fragen. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 20.000 Personen, darunter 10.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei mehr als 1,9 Milliarden Euro.