11. Bremer Ernährungsmedizinisches Forum

Gesundheitsrisiko Ernährungsarmut - Die verkannte Realität in der Wohlstandsgesellschaft

Auf dem 11. Bremer Ernährungsmedizinischen Forum am 18. Juni von 15.00 bis 18.30 Uhr am Klinikum Bremen-Mitte - veranstaltet von der Ärztekammer Bremen und dem Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie - BIPS - diskutieren Expertinnen und Experten über den Zusammenhang von Armut und Fehlernährung in Deutschland. Vor dem Hintergrund der hohen Armutsquote in Bremen will das Forum Ärztinnen und Ärzte sowie Multiplikatoren aus den Bereichen Ernährung, Gesundheit, Soziales und Bildung zusammenbringen und für das Thema sensibilisieren.

Das Problem Ernährungsarmut sichtbar zu machen, insbesondere mit Blick auf die zunehmende soziale Ungleichheit in unserer Gesellschaft und den Anstieg von Armut, ist das Ziel des 11. Bremer Ernährungsmedizinischen Forums. Neben wissenschaftlichen Vorträgen zu "Armut, Gesundheit und Teilhabe in Deutschland" sowie "Hungern muss doch keiner - Ernährungsarmut in Deutschland hat viele Gesichter" werden in einer Diskussionsrunde beispielhaft Berichte und Präventionskonzepte aus benachteiligten Bremer Quartieren vorgestellt. Die interdisziplinär ausgerichtete Veranstaltung will nicht nur informieren, sondern auch die Zusammenarbeit und Vernetzung im Bereich der gesundheitlichen und medizinischen Chancengleichheit in Bremen stärken. Dr. Heidrun Gitter, Präsidentin der Ärztekammer Bremen, erklärt: "Kinder, die in Armut aufwachsen, fehlt es oft an Vorbildern und Anleitung zu gesunder Ernährung, so dass Fehl- und Mangelernährung in das Erwachsenenalter weiter wirken und die Risiken für chronische Erkrankungen deutlich erhöhen."

In Armut aufzuwachsen und zu leben, geht häufig mit einer mangelhaften Ernährung - das heißt einer nicht ausreichenden Essensmenge und -qualität - einher. Auch die gesellschaftliche Teilhabe, ob Restaurantbesuch, Kochen mit Freunden oder Feiern von Festen, ist für arme Menschen nur selten realisierbar. Dies hat langfristig schwerwiegende Folgen für Gesundheit, Lebensqualität und Lebenserwartung. In Deutschland fehlen Studien, die dieses Phänomen klar erfassen, und zielgruppengerechte Präventionsmaßnahmen, die Betroffenen helfen. Insbesondere kinderreiche Familien, Migrantinnen und Migranten, ältere Menschen sowie Personen ohne festen Wohnsitz sind gefährdet. Professor Hajo Zeeb, Leiter der Abteilung "Prävention und Evaluation" am BIPS, erklärt: "Wir müssen dringend Präventionsmaßnahmen entwickeln, die benachteiligte Bevölkerungsgruppen stärker als bislang berücksichtigen. Hier bietet sich eine hervorragende Möglichkeit, Wissenschaft und Praxis zusammenzubringen, denn gesunde Ernährung ist für alle von Bedeutung."

Programm und Informationen zur Veranstaltung finden Sie <media 2426>hier</media>.

Kontakt:
Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie - BIPS
Pressestelle
Anja Wirsing, Tel. 0421/218-56780, E-Mail presse(at)bips.uni-bremen.de