„Altern – Gesundheit – Gerechtigkeit“ – Internationale Tagung des WSP Gesundheitswissenschaften der Uni Bremen

Teil der Tagung ist eine öffentliche Podiumsdiskussion im Bremer Rathaus am 29. Juni zur Frage der Gerechtigkeit in den Versorgungssystemen.

Der Wissenschaftsschwerpunkt Gesundheitswissenschaften der Universität Bremen richtet am 29. und 30. Juni 2017 im Konsul-Hackfeld-Haus eine internationale Tagung mit dem Titel „Ageing – Health – Equity“ („Altern – Gesundheit – Gerechtigkeit“) aus.

Die Alterung der Gesellschaft stellt eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen der nächsten Jahre dar. Die gesundheitliche und pflegerische Versorgung eines steigenden Anteils älterer Menschen führt zu neuen Anforderungen an die Gesundheitssysteme. Auf der Konferenz wird es darum gehen, diese Herausforderungen mit wissenschaftlichen Expertinnen und Experten aus Europa zu diskutieren.

Vier Schwerpunktthemen stehen im Fokus der Tagung:

1.       Gesundheit – Gerechtigkeit – gesundheitliche Ungleichheit: In den entwickelten Ländern gibt es einen deutlichen Zusammenhang zwischen sozioökonomischem Status, der Häufigkeit von Erkrankungen und der Lebenserwartung. Hier geht es speziell um gesundheitliche Ungleichheiten im höheren Lebensalter, Ungleichheiten beim Zugang zu Versorgungssystemen und Langzeitpflege sowie Anforderungen an die Politik, um entsprechende Ungleichheiten abzubauen.

2.       Qualifikationsanforderungen und Ausbildung der Gesundheitsberufe: Neben einem steigenden quantitativen Bedarf an gesundheitlicher Versorgung ist zukünftig auch ein Anstieg der qualitativen Anforderungen zu erwarten. Um diesen Anforderungen gerecht werden zu können, müssen vorhandene Gesundheitsberufe weiterentwickelt und neue Berufsprofile geschaffen werden.

3.       Prävention – Healthy Ageing: Zum einen interessieren hier Ausgangsbedingungen des gesunden Alterns und zum anderen Ansatzpunkte, wie für ältere Menschen mit präventiven Ansätzen Lebensqualität erhalten werden kann.

4.       Altern und Diversity – Anforderungen an Versorgungssysteme: Im vierten Schwerpunkt geht es schließlich um eine migrantensensible Ausgestaltung von Versorgungsangeboten und darum, welche konkreten Barrieren die Versorgung mit präventiven und therapeutischen Leistungen für ältere Migrantinnen und Migranten erschweren.

Als Teil der Tagung findet am 29. Juni von 19:00 bis 20:30 Uhr eine öffentliche Podiumsdiskussion im Bremer Rathaus statt. Das Podium stellen die Schirmherrin der Tagung, Gesundheitssenatorin Prof. Eva Quante-Brandt, Alexander Künzel, Vorsitzender der Bremer Heimstiftung, Prof. Clemens Tesch-Römer, Leiter des Deutschen Zentrums für Altersfragen, und Prof. Heinz Rothgang, SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik sowie Mitglied des Wissenschaftsschwerpunkts Gesundheitswissenschaften der Universität Bremen. Ziel ist ein Perspektivaustausch zwischen Politik, Wissenschaft und Praxis. Diskutiert wird, welche Anforderungen, Erwartungen und Wünsche Politik, Praxis und Wissenschaft aneinander stellen, mit Blick auf eine an Gerechtigkeit orientierte, diversitätssensible Gestaltung der Versorgungssysteme.

Nähere Informationen zum Wissenschaftsschwerpunkt Gesundheitswissenschaften und zur Tagung finden Sie unter www.healthsciences.uni-bremen.de. Das Tagungsprogramm finden Siehier. Die Teilnahme an der Podiumsdiskussion ist kostenlos, eine Anmeldung ist jedoch notwendig. Anmeldungen bitte bis zum 25. Juni 2017 an folgende Adresse: huter(at)uni-bremen.de oder telefonisch unter 0421-218 58547.

 

Hintergrund WSP Gesundheitswissenschaften: 

Der Wissenschaftsschwerpunkt Gesundheitswissenschaften in Bremen vertritt einen der größten und forschungsstärksten Standorte im Bereich Gesundheitswissenschaften, Public Health und Pflegeforschung in Deutschland. Unter dem Dach des Wissenschaftsschwerpunktes (WSP) werden seit einigen Jahren die Ressourcen in diesem Bereich gebündelt und die Kooperation zwischen Universität und außeruniversitären Einrichtungen gestärkt. Beteiligt sind insbesondere das Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP), das Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS), das SOCIUM – Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik sowie das Kompetenzzentrum für Klinische Studien Bremen (KKSB). Der Fokus auf Gerechtigkeit im Kontext von Gesundheit und in Gesundheitssystemen bildet eine zentrale Verbindungslinie und damit einen Forschungsschwerpunkt innerhalb dieser Kooperation.

 

Kontakt:

Kai Huter

Universität Bremen

SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik

Telefon: 0421/218 58547

E-Mail: huter@uni-bremen.de

 

Nils Ehrenberg

Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS

Achterstr. 30, 28359 Bremen

Telefon: 0421/218 56780

E-Mail: ehrenberg@bips.uni-bremen.de

 

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Das BIPS – Gesundheitsforschung im Dienste des Menschen

Die Bevölkerung steht im Zentrum unserer Forschung. Als epidemiologisches Forschungsinstitut sehen wir unsere Aufgabe darin, Ursachen für Gesundheitsstörungen zu erkennen und neue Konzepte zur Vorbeugung von Krankheiten zu entwickeln. Unsere Forschung liefert Grundlagen für gesellschaftliche Entscheidungen. Sie klärt die Bevölkerung über Gesundheitsrisiken auf und trägt zu einer gesunden Lebensumwelt bei.

Das BIPS ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft, zu der 91 selbstständige Forschungseinrichtungen gehören. Die Ausrichtung der Leibniz-Institute reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute widmen sich gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevanten Fragen. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 18.600 Personen, darunter 9.500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei mehr als 1,7 Milliarden Euro.