BIPS leitet Projekt mit Millionenförderung, um der Entstehung von kindlichem Übergewicht vorzubeugen

Die COVID-19-Pandemie erweckt einen anderen Eindruck, aber noch immer sterben in Deutschland die meisten Menschen an den Folgen von nicht übertragbaren Krankheiten wie Diabetes, Krebs, Herzinfarkten oder Schlaganfällen. Viele dieser Krankheiten entstehen in Verbindung mit Übergewicht. Frühere Studien des Leibniz-Instituts für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS konnten zeigen: Damit es sich nicht verfestigt und zu schwerwiegenden Folgeerkrankungen führt, muss Übergewicht so früh im Leben wie möglich adressiert werden.

Wie das genau gelingen kann, soll ein neues Projekt klären, welches das BIPS koordiniert. Es firmiert unter dem Namen GrowH! - Growing up healthy: Obesity prevention tailored to critical transition periods in the early life-course“.

„Wir wollen mit dem Projekt untersuchen, welchen Effekt bekannte - und veränderbare - Risikofaktoren in kritischen Entwicklungsphasen bis ins junge Erwachsenenalter haben und welche Maßnahmen Übergewicht am besten reduzieren können“, sagt Prof. Dr. Wolfgang Ahrens, Abteilungsleiter Epidemiologische Methoden und Ursachenforschung und stellvertretender Direktor des BIPS, der das Projekt leitet.

Er fügt an: „Darüber hinaus wollen wir zwei erfolgreiche Interventionen zur Reduktion des Übergewichts aus Kanada und den Niederlanden auf sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen in Spanien und Deutschland übertragen und prüfen, ob diese mit Beteiligung der Zielgruppen von lokalen Einrichtungen übernommen und dauerhaft fortgeführt werden können.“ In Deutschland wird dieses Präventionsprojekt gemeinsam mit den Landesvereinigungen für Gesundheit in Bremen und in Niedersachsen durchgeführt.

Neben diesen ist das Projekt zusammen mit Partnern aus Belgien, der Niederlande und Spanien sowie unter Beteiligung von zwei Experten aus Kanada und Belgien entstanden. Unter Koordination des BIPS hat das Team mit einem Projektantrag auf die europaweite Ausschreibung mit dem Titel „Prevention of unhealthy weight gain and obesity during crucial phases throughout the lifespan (PREPHOBES)“ der Joint Programming Initiative „A Healthy Diet for A Healthy Life“ geantwortet. Dieser Antrag wurde Anfang Oktober mit einem Gesamtbudget von über einer Million Euro bewilligt.

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Das BIPS – Gesundheitsforschung im Dienste des Menschen

Die Bevölkerung steht im Zentrum unserer Forschung. Als epidemiologisches Forschungsinstitut sehen wir unsere Aufgabe darin, Ursachen für Gesundheitsstörungen zu erkennen und neue Konzepte zur Vorbeugung von Krankheiten zu entwickeln. Unsere Forschung liefert Grundlagen für gesellschaftliche Entscheidungen. Sie informiert die Bevölkerung über Gesundheitsrisiken und trägt zu einer gesunden Lebensumwelt bei.

Das BIPS ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft, zu der 96 selbstständige Forschungseinrichtungen gehören. Die Ausrichtung der Leibniz-Institute reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute widmen sich gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevanten Fragen. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 20.000 Personen, darunter 10.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei mehr als 1,9 Milliarden Euro.