BIPS zeichnet Lucia Reisch mit Leibniz-Chair aus

Das BIPS konnte die renommierte Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlerin Lucia Reisch für eine enge Kooperation im Rahmen eines Leibniz-Chairs gewinnen und weitet damit seine Aktivitäten in der Präventionsforschung aus.

 

Das Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS hat die bereits erfolgreiche, langjährige Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Lucia Reisch von der Copenhagen Business School auf eine neue Stufe gehoben: Mit der Verleihung eines Leibniz-Chairs an die renommierte Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlerin kann sich das BIPS noch stärker auf einen besonderen Aspekt der Prävention fokussieren: die Implementations­forschung. So wird die breite Expertise von Lucia Reisch unter anderem dazu beitragen, folgende Frage zu klären: Warum weichen bei Maßnahmen etwa zur Übergewichtsprävention Theorie und Praxis oft stark voneinander ab?

Was macht Menschen krank? Auf diese zentrale Frage in der Gesundheitsforschung gibt es heute viele gute und wissenschaftlich belegte Antworten. Doch die Ursachen für Erkrankungen genau zu kennen, macht Menschen nicht gesünder. Erst Aufklärung und konkrete Maßnahmen zur Gesundheitsförderung inklusive der dafür nötigen politischen Entscheidungen können die Bevölkerung wirklich „gesünder“ machen.

Das BIPS hat eine lange Tradition bei der Entwicklung, Durchführung und Evaluation von Maßnahmen (Interventionen) zur Gesundheitsförderung – also beispielsweise Ernährungsprogramme für KITAS oder Interventionen zur Reduktion von Substanzkonsum bei Studierenden. Ist eine solche Interventionsstudie erfolgreich, kann diese „implementiert“ – also etwa im Rahmen von bundes- oder landesweiten Programmen breit umgesetzt werden. Doch bei genau diesem Transferschritt kann es Probleme geben und die positiven Effekte der Studie fallen im realen Alltag geringer oder ganz aus. Warum? Reicht die politische Weichenstellung noch nicht aus? Werden die Maßnahmen nicht korrekt umgesetzt? Oder nimmt die Zielgruppe in der Bevölkerung das Programm nicht an?

Genau bei diesen Fragen setzen Implementations- und Public Policy-Forschung an. Denn um die Ursachen für diese Transferprobleme zu identifizieren und zu beheben, ist ein komplexes Verständnis politischer Systeme und Abläufe sowie des Verbraucherverhaltens der Zielgruppen in der Bevölkerung notwendig, was Lucia Reisch zu einer idealen Wissenschaftlerin für einen entsprechenden Leibniz-Chair am BIPS macht.

Lucia Reisch erwarb ihren Doktorgrad für Wirtschaftswissenschaften an der Universität Hohenheim. Seit 2006 ist sie Professorin im Department of Management, Society and Communication der Copenhagen Business School und hat zudem seit 2011 eine ständige Gastprofessur für Konsumverhalten und Verbraucherpolitik an der  Zeppelin Universität in Friedrichshafen inne. Als Vorsitzende des Sachverständigenrates für Verbraucherfragen berät sie das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, ist Mitglied der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (Acatech) und seit 2017 Trägerin des Verdienstordens des Landes Baden-Württemberg.

„Ich freue mich außerordentlich, dass die langjährige, produktive Zusammenarbeit mit dem BIPS nun mit dem Leibniz-Chair auch eine institutionelle Form gefunden hat“, sagt Lucia Reisch. „Für mich und für meine Heimatuniversität, die Copenhagen Business School, ist es eine große Ehre, so eng mit einem Leibniz-Institut zusammen arbeiten zu können.“

„Seit mehr als 10 Jahren arbeitet das BIPS sehr erfolgreich mit Lucia Reisch zusammen – insbesondere im Rahmen der zwei vom BIPS koordinierten EU-Projekte IDEFICS und I.Family zu kindlichem Übergewicht. Darüber hinaus war Frau Reisch sechs Jahre Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des Instituts“, sagt BIPS-Direktorin Prof. Dr. Iris Pigeot. „Das Instrument des Leibniz-Chairs der Leibniz-Gemeinschaft ermöglicht es uns, einer renommierten Wissenschaftlerin wie Frau Reisch die Gelegenheit zu geben, an unserem Institut zu forschen, ohne dass sie ihre Position an der Copenhagen Business School aufgeben muss. Wir sind sehr froh, dass wir Frau Reisch für diese Aufgabe mit wechselseitigem Nutzen gewinnen konnten.“ 

 

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Das BIPS – Gesundheitsforschung im Dienste des Menschen

Die Bevölkerung steht im Zentrum unserer Forschung. Als epidemiologisches Forschungsinstitut sehen wir unsere Aufgabe darin, Ursachen für Gesundheitsstörungen zu erkennen und neue Konzepte zur Vorbeugung von Krankheiten zu entwickeln. Unsere Forschung liefert Grundlagen für gesellschaftliche Entscheidungen. Sie klärt die Bevölkerung über Gesundheitsrisiken auf und trägt zu einer gesunden Lebensumwelt bei.

Das BIPS ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft, zu der 91 selbstständige Forschungseinrichtungen gehören. Die Ausrichtung der Leibniz-Institute reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute widmen sich gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevanten Fragen. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 18.700 Personen, darunter 9.500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei mehr als 1,8 Milliarden Euro.