Haben Bremer Schüler ausreichend Bewegung?

BIPS und Kompetenznetz Adipositas starten Studie über Bewegungsverhalten von Bremer Schülern.

In der Schule, in der Straßenbahn, beim Lernen oder am Monitor. Junge Menschen verbringen bereits einen großen Teil ihres Alltags sitzend. Ausreichend Bewegung, Toben, Radfahren oder Schwimmen kommen dabei oft zu kurz. Die Folgen können
Gewichtsprobleme und schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen schon im Kindesalter sein. Aber wie viel Bewegung ist eigentlich ausreichend?

Das BIPS – Institut für Epidemiologie und Präventionsforschung untersucht nun das Bewegungsverhalten von Bremer Schülern und entwickelt gleichzeitig neue Standards und Empfehlungen zur Erfassung körperlicher Aktivität für zukünftige Studien. Dazu arbeitet das Bremer Institut eng mit drei Bremer Schulen zusammen. Im September geht es zunächst in die Oberschule an der Schaumburger Straße. Dann folgen die Grundschulen Baumschulenweg und In der Vahr.

Über 200 Schülerinnen und Schüler nehmen an der sogenannten PATREC Studie teil. Mit Fragebogen und Tagebuch protokollieren sie über mehrere Tage Dauer und Intensität ihrer körperlichen Aktivität. Gleichzeitig zeichnet ein Bewegungsmesser am Gürtel der Schüler ihre Bewegungen genau auf. Nur zum Schlafen und im Wasser wird das Gerät abgenommen. Am Ende lernen die Schüler, ob ihre Selbsteinschätzung richtig war, und sie können ihr Bewegungsverhalten
untereinander vergleichen.

Die PATREC Studie ist Bestandteil des großen Projektes „Körperliche Aktivität: Einheitliche Strategie für die Erhebung von Daten zur körperlichen Aktivität aus deutschen Kohortenstudien“ im Kompetenznetz Adipositas, in dem Experten verschiedener Fachrichtungen seit 2008 das Phänomen Fettleibigkeit in Deutschland untersuchen, neue Therapien und Präventionsstrategien entwickeln und überprüfen. Das Kompetenznetz wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Die PATREC Studie ist ein erster Schritt, Bewegungsdaten bisheriger Studien und deren Empfehlungen miteinander vergleichbar zu machen.

Bewegen wir uns eigentlich genug?
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt zur Förderung der Gesundheit von Kindern täglich eine Stunde moderate bis intensive körperliche Aktivität. Schon bei moderater Bewegung wie Radfahren, Toben oder zügigem Gehen sind der
Herzschlag und die Atmung erhöht. Bei intensiver Bewegung kommen wir aus der Puste und eine Unterhaltung ist dann kaum noch möglich. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Bewegungsverhalten, dass heißt die Dauer und Intensität körperlicher Aktivität zu messen. Ergebnisse von Studien sind daher schwer miteinander vergleichbar. „Für Ärzte und Gesundheitsforscher ist dies ein Problem, wenn sie gute Empfehlungen zur gesundheitsfördernden Bewegungsdauer geben wollen“, so Prof. Wolfgang Ahrens, Leiter der Bremer Studie. Die PATREC Studie will nun die drei gängigsten Methoden miteinander vergleichbar machen. Dazu Ahrens: „Mit den Ergebnissen der Studie können wir neue Standards entwickeln und Empfehlungen zum gesunden Verhalten von Kindern verlässlicher machen“.

Weitere Informationen
BIPS – Institut für Epidemiologie und Präventionsforschung
Diana Herrmann
Tel. 0421 218 56823
herrmann(at)bips.uni-bremen.de