Leibniz Living Lab - Gesundheitswerkstatt Osterholz feierlich eröffnet

Auf einem knapp zehn Hektar großen Areal in Bremen Osterholz entsteht das Stiftungsdorf Ellener Hof als sozial-ökologisches Modellquartier. Das Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS beteiligt sich mit einem Reallabor an dem Projekt: Dem Leibniz Living Lab - Gesundheitswerkstatt Osterholz. Heute wurde es feierlich eröffnet.

„Das Reallabor soll neue Möglichkeiten und neue Räume schaffen, gemeinsam relevante Forschungsthemen zu identifizieren, Fragen zu beantworten, gesundheitsförderliche Maßnahmen zu entwickeln und auch Begeisterung für wissenschaftliches Vorgehen zu wecken“, sagt Prof. Dr. Hajo Zeeb, Leiter der Abteilung Prävention und Evaluation am BIPS, in seiner Begrüßungsrede. Er fügt an: „Es geht dabei vor allem um Partizipation, um Beteiligung. Es soll Menschen für Wissenschaft begeistern und ihnen die komplizierten Prozesse der Forschung näher bringen. Dieses Vorgehen - die enge Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft- soll die Nachhaltigkeit wissenschaftlicher Erkenntnisse stärken und Vertrauen schaffen.“

Die Senatorin für Wissenschaft und Häfen, Dr. Claudia Schilling, lobt das Projekt für seine Bürgernähe: „Das BIPS als Mitglied der Leibniz Gemeinschaft hat auch in der Vergangenheit schon sehr viel konkreten Wissenstransfer betrieben, zum Beispiel im Bereich der Beratung von Kindertagesstätten und als Kollaborationszentrum der Weltgesundheitsorganisation im Bereich Übergewichtsprävention, Ernährung und Bewegung – und in den letzten beiden Jahren natürlich auch in Bezug auf Corona. Mit dem neuen Reallabor hier in Osterholz wird diesen Aktivitäten nun ein weiterer wichtiger Baustein hinzugefügt. Die Wissenschaft geht hier ganz bewusst auf die Bevölkerung in Stadtteilen, in Quartieren zu. Gerade für die Gesundheitswissenschaften ist dies besonders wichtig, denn die Bevölkerung und ihre Gesundheit stehen im Mittelpunkt der Forschung und Lehre dieses Wissenschaftszweiges.“
Das Leibniz Living Lab - Gesundheitswerkstatt Osterholz ist ein Reallabor, welches auf die Entwicklung und Erprobung von neuen Ansätzen des gesundheitsbezogenen Wissenstransfers abzielt. Wissenschaftstransfer wird dabei nicht als Einbahnstraße, sondern als zirkulärer Prozess begriffen, in dem sich Wissenschaft, Praxis und Bevölkerung auf Augenhöhe begegnen.

Im Living Lab werden kreative Methoden, beispielsweise themenbezogene Photodokumentation und Diskussion (Photovoice), für die partizipative Entwicklung von Public Health Interventionen erprobt. Evidenz – und theoriebasierte Präventionsprogramme werden an lokale Bedarfe angepasst. Weiterhin suchen die Forschenden dort neue Wege, um Studienteilnehmerinnen und Studienteilnehmer anzusprechen sowie interaktive Kommunikationsformate zur Entwicklung von Forschungsfragen und deren Beantwortung zu testen.

Das Living Lab ist in Osterholz verortet und arbeitet eng mit den vorhandenen gesundheitsbezogenen Diensten und Initiativen zusammen. Die Arbeitsweise des Living Lab basiert auf den Ansätzen der partizipativen Aktionsforschung und des integrierten Wissenstransfers. Als offene Plattform wird das Living Lab sowohl für die Umsetzung wissenschaftsinitiierter Projekte als auch für gemeinsam mit dem Stadtteil entwickelter Gesundheitsförderungskonzepte genutzt.
Weitere Informationen zu dem Projekt finden sich hier: www.leibniz-living-lab.de

Das BIPS – Gesundheitsforschung im Dienste des Menschen
Die Bevölkerung steht im Zentrum unserer Forschung. Als epidemiologisches Forschungsinstitut sehen wir unsere Aufgabe darin, Ursachen für Gesundheitsstörungen zu erkennen und neue Konzepte zur Vorbeugung von Krankheiten zu entwickeln. Unsere Forschung liefert Grundlagen für gesellschaftliche Entscheidungen. Sie informiert die Bevölkerung über Gesundheitsrisiken und trägt zu einer gesunden Lebensumwelt bei.

Das BIPS ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft, zu der 96 selbstständige Forschungseinrichtungen gehören. Die Ausrichtung der Leibniz-Institute reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute widmen sich gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevanten Fragen. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 20.000 Personen, darunter 10.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei mehr als 1,9 Milliarden Euro.

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