Skip to main content

Kinder brauchen was zum Kauen!

Die Umstellung von Milch auf Beikost und später auf feste Nahrung ist für Babys und Kleinkinder eine spannende Zeit mit vielen neuen Sinneseindrücken. Erfahren Sie, wie Babys Schritt für Schritt an unterschiedliche Konsistenzen herangeführt werden können und warum Kauen so wichtig für die Enwicklung von Kindern ist.

Kind in einem Hochstuhl, das isst

Liebe Leserinnen und Leser des BIPS-Newsletters,

weich, cremig, schaumig oder hart - so fühlen sich Lebensmittel im Mund an. Das ist für Babys aufregend und neu, schließlich kennen sie in den ersten Lebensmonaten nur die flüssige Milch. Mit Einführung der Beikost, etwa ab dem 5. bis 7. Monat, lernen Babys nicht nur neue Geschmacksrichtungen kennen, auch die Konsistenz der Nahrung ist ungewohnt, nicht mehr flüssig, sondern breiig. Für 8 bis 9 Monate alte Kinder sollte der selbst zubereite Gemüsebrei nicht mehr fein püriert sein, sondern im Beisein der Kinder mit einer Gabel zerdrückt werden. So lernen die Kleinen nach und nach festere Nahrung kennen. Wie lange dieser Prozess dauert, hängt vom individuellen Entwicklungsstand wie zum Beispiel dem Zahnstatus ab.

Etwa ab dem 10. bis 12. Lebensmonat geht die Kost ganz allmählich in die Familienkost über. Zeigt ein Kind durch Ablehnung der angebotenen Speisen, häufiges Würgen oder Verschlucken, dass es noch nicht bereit für feste Nahrung ist, lassen Sie ihm Zeit. Die Umstellung von flüssig-breiiger auf feste Nahrung ist für manche Kinder eine echte Herausforderung. Aufgeben sollten Sie aber nicht: Bieten Sie immer wieder weichere Obst- und Gemüsestücke, Vollkornbrot mit feiner Krume und andere geeignete Lebensmittel aus der Hand an. Und damit es gut rutscht, gehören Getränke wie Wasser oder ungesüßter Tee immer zu den Mahlzeiten dazu.

Warum ist Kauen wichtig?

  • Kauen hilft bei der Sprachentwicklung, denn Kauen verbessert bei Kleinkindern die Bildung der Mund- und Zungenmotorik und stärkt die Mund- und Kiefermuskulatur.
  • „Gut gekaut ist halb verdaut.“ Probieren Sie mit Ihrem Kind doch mal aus, Brot so lange zu kauen, bis es süß schmeckt. Das macht Spaß und regt kleine „Kaumuffel“ zum Beißen an. Schmeckt der Bissen süß, hat der Abbau von Stärke zu Zucker bereits im Mund stattgefunden und der Magen weniger Arbeit.
  • Kauen ist gut für die Zähne und das Zahnfleisch. Beim Kauen wird zusätzlich reichlich Speichel gebildet, der Kalzium und Phosphat enthält und die Zähne härtet. Dadurch sinkt das Kariesrisiko und frühzeitige Schäden an den Milchzähnen können vermieden werden.
  • Kauen „entschleunigt“. Trinkbreie, “Quetschies“ oder Smoothies machen schnell und bequem satt. Die Kinder nehmen dadurch in kurzer Zeit viele Kalorien zu sich - manchmal mehr, als ihnen gut tut. Gründliches Kauen dagegen dauert eine Weile. Das hilft dabei, die Sättigungssignale des Körpers zu spüren, denn die treten erst ca. 15 -20 Minuten nach Beginn einer Mahlzeit ein. Das bedeutet aber auch, dass ausreichend Zeit zum Essen eingeplant werden sollte. Das ist übrigens für Klein und Groß gleichermaßen wichtig.

Unser Tipp für Sie: Wenn Ihr Kind entsprechend entwickelt ist, lassen Sie die Rinde am Brot, kochen Sie Gemüse nicht zu weich und kombinieren Sie Speisen immer so, dass auch was zum Kauen dabei ist.

Kontakt:

Wiebke von Atens-Kahlenberg, atens(at)leibniz-bips.de

Brigitte Bücking, buecking(at)leibniz-bips.de

Larissa Bachmann, bachmannl@leibniz-bips.de

Text- und Bildquellen (aktualisiert 10/2023):

Dieser Artikel wurde ursprünglich für unseren Kita-Ernährungsnewsletter erstellt und hat sich bewährt – deshalb findet er sich nun auch online für alle zugänglich.