Saures und Salziges nicht in Alufolie verpacken!
Gesundheitliche Risiken durch Aluminium: Im Laufe des Lebens reichert sich Aluminium im Körper an, besonders in der Lunge und in den Knochen. Aluminium kann das Nervensystem, die Fruchtbarkeit und die Knochenentwicklung schädigen. Außerdem steht Aluminium im Verdacht, an der Entstehung von Brustkrebs und Alzheimer-Erkrankung beteiligt zu sein. Die EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) hat bereits 2008 für Erwachsene eine wöchentlich tolerierbare Aufnahmemenge von 1 mg/kg Körpergewicht festgelegt. Dieser Wert kann besonders von Kindern leicht überschritten werden.
Wie gelangt Aluminium in Lebensmittel?
Aluminium gelangt auf natürliche Weise aus der Erdkruste ins Trinkwasser und damit auch in pflanzliche Lebensmittel. Den von der EFSA empfohlenen Grenzwert für Aluminium von 5 mg/kg Lebensmittel erreichen die meisten unbehandelten Lebensmittel aber nicht. Lebensmittelzusatzstoffe, die Aluminium enthalten, stellen auch keine nennenswerte Gefahr mehr dar, denn inzwischen wurde die Verwendung aluminiumhaltiger Zusatzstoffe für bestimmte Lebensmittel innerhalb der EU verboten bzw. eingeschränkt (VO (EU) 380/2012).
Anders ist das bei aluminiumhaltigem Geschirr und Kochutensilien sowie Alufolie: Durch stark saure und salzige Lebensmittel kann sich Aluminium herauslösen und in Lebensmittel übergehen. Beispiel Laugengebäck: Kommen die mit Natronlauge besprühten Teiglinge beim Backen in direkten Kontakt mit Aluminium-Backblechen, so hat das Gebäck bis zu 10 x höhere Aluminiumwerte, als bei der Verwendung von Silikonauflagen oder Backpapier.
Übrigens: Bei Lebensmittelverpackungen im Handel, z. B. Joghurtbecherdeckeln oder Getränkedosen, trennt i.d.R. eine Kunststoffbeschichtung die Lebensmittel von der Aluminiumschicht.
Empfehlungen
- Verpacken Sie säure- und salzhaltige Lebensmittel wie z. B. Apfelkompott, Tomatenpüree oder Salzhering nicht in Alu-Behältern oder –folie und bereiten Sie sie auch nicht in Alu-Kochgeschirr oder Alufolie zu.
Ausnahme: Grillen auf Aluschalen ist sinnvoll, da dies vor krebserregenden Stoffen schützt. Verzichten Sie aber auf säurehaltige Marinaden und würzen Sie erst nach dem Grillen. - Wickeln Sie Pausenbrote nicht in Alufolie ein, sondern verwenden Sie dafür spezielle Brotboxen aus Kunststoff oder Butterbrotpapier.
- Servierplatten aus Metall, Kochtöpfe und unbeschichtete Backbleche sollten Sie nicht mit Alufolie abdecken.
- Nutzen Sie die Gebrauchsdauer von Produkten wie z. B. Trinkflaschen aus Aluminium aber vermeiden Sie Beschädigungen. Bevorzugen Sie beim Neukauf andere Materialien.
Weitere Tipps zur Vermeidung von Aluminium
- Verwenden Sie aluminiumhaltige Antitranspirantien („Deos“) nur gezielt zur Vermeidung von starkem Schwitzen und insbesondere nicht direkt nach einer Rasur. Zur Geruchsreduzierung ist ein aluminiumfreies Deodorant ausreichend.
- Achten Sie bei kosmetischen Mitteln, u. a. bei
Sonnenschutzmitteln, auf die Angaben auf der Verpackung. Aluminiumverbindungen müssen
als Inhaltsstoff angegeben werden.
- Medikamente z. B. gegen Sodbrennen, können hohe Mengen Aluminium enthalten. Angaben finden Sie in der Verpackungsbeilage.
Kontakt:
Wiebke von Atens-Kahlenberg, atens(at)leibniz-bips.de
Brigitte Bücking, buecking(at)leibniz-bips.de
Larissa Bachmann, bachmannl@leibniz-bips.de
Text- und Bildquellen (aktualisiert 10/2023):
- Verbraucherzentrale NRW (2023). Alufolie – Gefahr für die Gesundheit?https://www.verbraucherzentrale.nrw/wissen/lebensmittel/auswaehlen-zubereiten-aufbewahren/alufolie-gefahr-fuer-die-gesundheit-17347 (Zugriff am 20.11.2023)
- Bundesinstitut für Risikobewertung. (2020) Fragen und Antworten zu Aluminium in Lebensmitteln und verbrauchernahen Produkten. http://www.bfr.bund.de/cm/343/fragen-und-antworten-zu-aluminium-in-lebensmitteln-und-verbrauchernahen-produkten.pdf (Zugriff am 02.10.2023)
- Verbraucherzentrale. (2022) Aluminium in Lebensmitteln und Verpackungen weit verbreitet. https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/lebensmittelproduktion/aluminium-7609 (Zugriff am 02.10.2023)
- Bilder: fotolia.com
Dieser Artikel wurde ursprünglich für unseren Kita-Ernährungsnewsletter erstellt und hat sich bewährt – deshalb findet er sich nun auch online für alle zugänglich.
