Anwendung von Antikoagulanzien bei pädiatrischen Patienten in Deutschland
Beschreibung
- Antikoagulanzien sind Arzneimittel zur Hemmung der Blutgerinnung und werden zur Behandlung und Prophylaxe von thromboembolischen Ereignissen eingesetzt. Thromboembolische Ereignisse sind bei pädiatrischen Patienten deutlich seltener als bei Erwachsenen und treten meist bei hospitalisierten Patienten als Komplikationen schwerer akuter oder chronischer Erkrankungen und deren Behandlung auf. Bei pädiatrischen Patienten sind venöse Thromboembolien deutlich häufiger als arterielle Thromboembolien; die Häufigkeit von Thrombosen in den oberflächlichen und tiefen Beinvenen steigt außerdem mit dem Alter. Zur Antikoagulation stehen unfraktioniertes Heparin, niedermolekulares Heparin und Vitamin-K-Antagonisten zur Verfügung. Zudem wurden 2021 zwei direkte orale Antikoagulanzien (DOAK), Dabigatran und Rivaroxaban, für die Behandlung und Rezidivprophylaxe der venösen Thromboembolie bei Kindern zugelassen. Für die beiden DOAK liegen spezielle pädiatrische Arzneiformen vor.
Bislang liegen keine Zahlen zur Anwendung von Antikoagulanzien bei pädiatrischen Patienten in Deutschland vor. Insbesondere ist nicht bekannt, welchen Einfluss die Zulassung der beiden DOAK im Jahr 2021 auf das Verordnungsverhalten hat. Informationen zu Verordnungsraten und Dauer der Anwendung ermöglichen es, die Public Health-Bedeutung möglicher Risiken einzuordnen und die Häufigkeit potentieller Signale zu schätzen.
Vor diesem Hintergrund sollen die Verordnungsmuster von Antikoagulanzien bei pädiatrischen Patienten (Kinder im Alter von 17 Jahren und jünger) in Deutschland umfassend basierend auf der Analyse von Krankenkassendaten untersucht werden.
Das Projekt wird vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) im Rahmen einer Ausschreibung zur Pharmakovigilanzforschung finanziert.
Förderzeitraum
- Beginn: November 2025
Ende: April 2027
Förderer
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)