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Regionale Ungleichheit in der Versorgung von chronisch kranken Kindern: der Einfluss kleinräumiger sozialer Deprivation auf die Prognose bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

Beschreibung

Die gesundheitliche Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) ist mit speziellen Herausforderungen verbunden. Es handelt sich um komplexe Erkrankungen, die körperliche, psychische und soziale Auswirkungen für die Betroffenen haben.

Anlass für die ripi-Studie gab die Beobachtung, dass die Qualität der gesundheitlichen Versorgung regionale Unterschiede aufweist, z.B. hinsichtlich einer zeitgerechten Diagnosestellung. Ziel der Studie ist daher, die Versorgungsqualität bei CED-betroffenen Kindern und Jugendlichen im Alter von 10-15 Jahren zu evaluieren und mögliche Ursachen für regionale Ungleichheiten aufzuzeigen. Die ripi-Studie ist eine prospektive Kohortenstudie, teilnehmende Familien werden innerhalb eines Jahres insgesamt dreimal befragt.

In der Auswertung werden mögliche Einflussfaktoren auf die Versorgungsqualität auf mehreren Ebenen berücksichtigt:
- Individuum (Kind, Eltern): Sozioökonomische Faktoren, z.B. Einkommen und Bildung der Eltern, Migrationsstatus, Behandlungsadhärenz, Versicherungsstatus, krankheitsspezifische Faktoren
- Soziale Benachteiligung der Wohnregion (auf Landkreisebene)
- Medizinische Versorger: Qualität der medizinischen Versorgung auf der Ebene von betreuendem Haus- oder Kinderarzt und Spezialist

Es wird untersucht, ob ein Zusammenhang zwischen diesen Faktoren und dem altersgerechten Wachstum der Kinder/Jugendlichen bzw. ihrer krankheitsbezogenen Lebensqualität besteht (ergebnisorientierte Versorgungsqualität). Zusätzlich werden verschiedene Indikatoren der Struktur- und Prozessqualität exploriert. Hierzu gehören beispielsweise die Patientenzufriedenheit, Aspekte der Leitlinienadhärenz, der Zugang zu medizinischen Leistungen und eine zeitgerechte Diagnosestellung. Ein besonderer Nebenaspekt ist die Bestimmung der Gesundheitskosten.

Wir beabsichtigen, mit dieser Studie Bereiche unzureichender Versorgung und dafür relevante Einflussfaktoren zu identifizieren. Letztendlich erwarten wir, dass die Ergebnisse der Studie helfen werden, die Versorgung dieser schwer beeinträchtigten chronisch kranken Kinder zu verbessern.

Förderzeitraum

Beginn:   März 2012
Ende:   Dezember 2014

Förderer

  • Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Kontaktperson

 Jenny Peplies

Projektleitung (national)

Prof. Dr. med. A. Timmer, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, European Medical School, Department für Versorgungsforschung

Kooperationspartner

  • Dr. med. Martin Claßen (CEDATA, GPGE)
  • Birgit Kaltz (DCCV, Patientenvertretung, Bremen)
  • Prof. Dr. Sibylle Koletzko (von Haunersches Kinderspital, LMU München, Kindergastroenterologie)
  • Prof. Dr. Reiner Leidl (Helmholtz-Zentrum München, Institut für Gesundheitsökonomie und Management im Gesundheitswesen)
  • Werner Maier (Helmholtz-Zentrum München, Institut für Gesundheitsökonomie und Management im Gesundheitswesen)
  • Renee Stark (Helmholtz-Zentrum München, Institut für Gesundheitsökonomie und Management im Gesundheitswesen)
  • Prof. Dr. med. Antje Timmer (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg)

Links

Studienflyer

Ausgewählte Veröffentlichungen zum Projekt

    Zeitschriftenartikel mit peer-review

  • Sadlo A, Altevers J, Peplies J, Kaltz B, Claßen M, Bauer A, Koletzko S, Timmer A. Measuring satisfaction with health care in young persons with inflammatory bowel disease - An instrument development and validation study. BMC Health Services Research. 2014;14:97.
    http://dx.doi.org/10.1186/1472-6963-14-97
  • Zeitschriftenartikel ohne peer-review

  • Timmer A, Peplies J, Albers HM. Regionale Ungleichheit in der Versorgung von Kindern mit CED. Bauchredner. 2012;111(4):81-82.
  • Poster bei wissenschaftlichen Tagungen

  • Peplies J, Bruns H, Albers HM, Stark R, Maier W, Timmer A. Regionale Ungleichheit in der Gesundheitsversorgung chronisch kranker Kinder - Der Einfluss sozialer Deprivation auf die Prognose chronisch entzündlicher Darmerkrankungen. Auftaktveranstaltung zum Förderschwerpunkt "Studien in der Versorgungsforschung" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), 8. Oktober 2012, Berlin.