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Evaluation des Kindergesundheitsmobils Essen

Beschreibung

Die gesundheitlichen Folgen sozialer Benachteiligung zeigen sich bereits sehr früh im Lebensverlauf und können diesen nachhaltig beeinflussen. In vielen Städten ist eine räumliche Ballung von sozialer Benachteiligung zu beobachten, die neben schlechteren Wohn- und Lebensbedingungen auch einen eingeschränkten Zugang zur Gesundheitsversorgung mit sich bringt. Das Kindergesundheitsmobil ist ein mobiles, aufsuchendes Angebot der Prävention und Gesundheitsförderung, welches das Ziel verfolgt, Kindergesundheit in sozial benachteiligten Bevölkerungsgruppen zu stärken. Neben dem mobilen Charakter zeichnet sich das Kindergesundheitsmobil durch die Kombination aus gesundheitspädagogischen und ärztlichen Aktivitäten aus. Das Angebot des Kindergesundheitsmobils besteht aus drei Komponenten: Gesundheitspädagogischen Aktivitäten, Elternarbeit und ärztliche Beratung. Mittels dieser Interventionskomponenten wird angestrebt, das Gesundheitswissen von sozial benachteiligten Kindern und Eltern zu erhöhen, Entwicklungsauffälligkeiten frühzeitig zu erkennen und Versorgungslücken zu schließen. Um sozial benachteiligte Familien zu erreichen, werden regelmäßig öffentliche Plätze in benachteiligten Stadtteilen, Kitas und Grundschulen in diesen Stadtteilen sowie Übergangswohnheime für Asylsuchende in der Stadt Essen angefahren. Ziel der Evaluation war die wissenschaftliche Begleitung und Bewertung der Konzeptentwicklung sowie die Identifizierung von förderlichen und hin-derlichen Faktoren für den Projekterfolg.
Die Ergebnisse der Evaluation belegen, dass mit dem Kindergesundheitsmobil ein guter Zugang zu sozial benachteiligten Familien geschaffen und mit dem Kindergesundheitspass ein gutes Instrument zur Förderung des Gesundheitswissens und der Entdeckung von Entwicklungsauffälligkeiten entwickelt werden. Zu empfehlen bleibt die weitere Profilierung der Elternarbeit und der ärztlichen Beratung. Zur Einbeziehung der sozialpädiatrischen Expertise sollte auf die Kooperation mit ehrenamtlichen Ärztenetzwerken und dem Gesundheitsamt gesetzt werden.

Förderzeitraum

Beginn:   September 2012
Ende:   August 2015

Förderer

  • McDonald´s Kinderhilfe Stiftung

Kontaktperson

Dr. phil. Tilman Brand

Kooperationspartner

  • Deutsche Kinderschutzbund Essen
  • McDonald's Kinderhilfe Stiftung
  • Stadt Essen - Geschäftsbereich Jugend, Bildung, Gesundheit und Soziales (Gesundheitsamt Kinder- und Jugendgesundheitsdienst Essen)

Links

Kongressbeitrag: Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP) Jahrestagung 2013

Homepage des Projektes

Ausgewählte Veröffentlichungen zum Projekt

    Vorträge bei wissenschaftlichen Tagungen

  • Klein-Ellinghaus F, Brand T, Jahn I. Erreichbarkeit sozial benachteiligter Bevölkerungsgruppen durch mobile Prävention und Gesundheitsförderung im Stadtteil - Das Kinder Gesundheitsmobil in Essen. "Gesundheit zwischen Wirtschaft und Demographie". 49. Jahrestagung der Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP) und 27. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS), 17.-20. September 2013, Marburg. (Abstract publiziert in: Das Gesundheitswesen. 2013;75(8/9):A194)