Einzelansicht

Differenzierung pulmonarer Hypertonien auf der Basis von Daten gesetzlicher Krankenkassen. Machbarkeitsstudie

Beschreibung

Die Pulmonale Hypertonie (PH) wird als die schwerste und potentiell tödlich verlaufende Erkrankung des Lungenkreislaufs angesehen. Es handelt sich dabei um einen hämodynamischen und pathophysiologischen Zustand, der als ein Anstieg des mittleren pulmonal- arteriellen Ruhedrucks um 25 mm Hg oder mehr definiert ist und im Rahmen einer Rechtsherz-Katheteruntersuchung dargestellt werden kann.
Eine PH kann sich als Folge verschiedener zugrundeliegenden Krankheiten entwickeln, die in 5 Gruppen unterteilt werden, die die Basis für die klinische Klassifikation der PH in Subgruppen bilden (Dana Point Klassifikation). Die Therapie der PH variiert zwischen diesen 5 Subgruppen und eine Anwendung von Leitlinienempfehlungen setzt die Identifizierung der PH-Subgruppe bei dem Patienten voraus.
Da sich für diese Einteilung der Subgruppen keine Entsprechung in der ICD-10-GM-Kodierung findet, können in auf Sozialdaten basierenden Studien, die die Therapie von PH untersuchen, Studienteilnehmer nicht direkt den PH-Subgruppen zugeordnet werden.
Diese Studie hatte zum Ziel, einen auf Sozialdaten basierenden Algorithmus zu entwickeln, der eine Unterteilung von PH-Patienten in die 5 PH-Subgruppen der klinischen Klassifikation erlaubt. Eine entsprechende Klassifizierung von an PH erkrankten Versicherten sollte es erlauben, eine nicht geeignete Therapie wie z.B. einen Off-Label Use von Medikamenten bei den verschiedenen Subgruppen auf der Basis von Krankenkassendaten zu erkennen. Weiterhin sollten altersstratifizierte Inzidenzen und Prävalenzen für PH in Deutschland bestimmt werden.
Angelehnt an das differentialdiagnostische Vorgehen bei der klinischen Identifizierung von PH-Subgruppen wurden verschiedenen Algorithmen konzipiert und geprüft. Allerdings standen nur indirekte Methoden zur Verifizierung der resultierenden Klassifizierung zur Verfügung. Insgesamt konnte kein Algorithmus eine zufriedenstellende Klassifikation erreichen. In allen Fällen war der Anteil von PH-Fällen mit gelichezeitigen Zurordnungen zu verschiedenen PH-Subgruppen erheblich. Fehlende Informationen zum Schweregrad der PH-Erkrankung, zur zeitlichen Reihenfolge der Begleiterkrankungen, zur Relevanz von Begleiterkrankungen bezüglich der Differentialdiagnostik sowie fehlende Kodierung von diagnostischen Prozeduren und ihren Ergebnissen erlaubten keine stichhaltige Einteilung der PH-Fälle in PH-Subgruppen.

Förderzeitraum

Beginn:   Juli 2013
Ende:   April 2015

Förderer

  • Pharmazeutische Industrie

Kontaktperson

Dr. rer. nat. Ingo Langner