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Evaluation der Brustkrebsmortalität im deutschen Mammographie-Screening-Programm, Machbarkeitsstudie 2

Beschreibung

ZEBRA – Mach II
Evaluation der Brustkrebsmortalität im deutschen Mammographie-Screening-Programm
(Machbarkeitsstudie II)

In einer ersten Machbarkeitsphase (ZEBRA Machbarkeitsstudie I) wurde geprüft, ob verschiedene Sekundärdatenquellen für die geplante Evaluation des Mammographiescreening-Programms (MSP) in Deutschland unter den geltenden Datenschutzbestimmungen genutzt werden können. Das BIPS hat in dieser Phase ein Konzept entwickelt und exemplarisch praktisch umgesetzt, das eine deutschlandweite Einbindung und Nutzung von Daten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ermöglicht (siehe Beschreibung zum Projekt 'ZEBRA'). Da für die Evaluation keine Angaben zur Einladung zum Screening genutzt werden können, muss auf die in den GKV-Daten dokumentierten Informationen hinsichtlich der Teilnahme am Screening zurückgegriffen werden. Erste Analysen ergaben allerdings, dass zwischen Teilnehmerinnen und Nicht-Teilnehmerinnen des Screenings eine starke, Selektions-bedingte Verzerrung bei der Mortalität besteht.
In einer zweiten Machbarkeitsphase (ZEBRA Machbarkeitsstudie II) hat das BIPS primär folgende Aufgaben verfolgt:
• Validierung des GKV-Daten-basierten Vitalstatus und Todesdatums bei verstorbenen Versicherten
• Etablierung einer Anreicherung der GKV-Daten um die Information zur Todesursache "Brustkrebs ja/nein" für verstorbene Versicherte
• Prüfung von Verfahren zur Kontrolle des Selektionsbias bei Screening-Teilnahme
• Sicherung der Datenverfügbarkeit von GKV-Daten für die Hauptstudie
Für einen Datenabgleich auf individueller Ebene zwischen GKV-Daten und dem Epidemiologischen Krebsregister (EKR) von Nordrhein Westfalen (NRW) wurde ein Konzept basierend auf verschlüsselten Personenidentifikatoren entwickelt, genehmigt und praktisch umgesetzt. Dabei wurde für über 94% der verstorbenen Versicherten zweier Kassen eindeutig ein Datensatz des EKR zugeordnet. Dies ist vor dem Hintergrund nicht auszuschließender Datenerfassungsfehler eine sehr hohe Trefferquote.. Da ein Abgleich zur Ergänzung individueller Todesursachen wie mit dem EKR-NRW nur regional begrenzt für einzelne Bundesländer durchgeführt werden kann, wurde ein Algorithmus zur Identifizierung von Brustkrebstodesfällen unter verstorbenen Versicherten etabliert. Unsere Untersuchungen ergaben, dass der Algorithmus als brauchbare Alternative gelten kann, um GKV-Daten auch für die Regionen zur Evaluation nutzen zu können, in denen kein Abgleichmit einem EKR möglich ist. Für das Analysedesign der Evaluation wurde ein Konzept entwickelt, dass die zwischen Teilnehmerinnen und Nicht´-Teilnehmerinnen hinsichtlich der Brustkrebssterblichkeit selektierend wirkenden Einflüsse berücksichtigt. Als zentrale Komponente wurde hierzu ein Ansatz zur Balancierung der beiden Teilpopulationen mittels Matching etabliert, das sogenannte High-Dimensional-Propensity-Scores nutzt. Der Erfolg dieses Ansatzes wurde als Verringerung des Unterschieds in der kurzfristigen Brustkrebsmortalität zwischen Teilnehmerinnen und Nicht-Teilnehmerinnen bestimmt. Zusammen mit weiteren Komponenten konnte so eine Reduktion der Verzerrung um über 93% erreicht werden.
Ausgehend von den Ergebnissen der zwei Machbarkeitsphasen des ZEBRA-Projekts wurde ein Durchführungskonzept für eine Hauptphase des Vorhabens erstellt, in der die eigentliche Evaluation des MSP erfolgen soll. Dieses Konzept wurde vom Auftraggeber geprüft und eine entsprechende Ausschreibung der Hauptstudie ist erfolgt.

Förderzeitraum

Beginn:   Januar 2015
Ende:   September 2016

Förderer

  • Bundesamt für Strahlenschutz (BfS)

Kontaktperson

Prof. Dr. med. Hajo Zeeb

Kooperationspartner

  • Dr. Klaus Giersiepen (Zentrum für Sozialpolitik (ZeS), Universität Bremen)
  • Dr. Oliver Heidinger (Epidemiologisches Krebsregister NRW gGmbH)
  • Prof. Dr. Hans-Werner Hense (Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin, Westfälische Wilhelms-Universität Münster)
  • PD. Dr. Monika Klinkhammer-Schalke (Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren)
  • Prof. Dr. Heinz Rothgang (Zentrum für Sozialpolitik (ZeS), Universität Bremen)