Erhöhte polygene Krebs-Risikoscores in einer deutschen Bevölkerungsstichprobe: Prävalenz, Risikofaktoren und Einstellungen zum Screening (NACOP)

Beschreibung

Die zunehmende Verfügbarkeit von Instrumenten zur Vorhersage des Krebsrisikos, wie z. B. polygene Risiko-Scores (PRS) in Kombination mit anderen Faktoren, eröffnet vielversprechende Wege für eine risikoadaptierte Krebsfrüherkennung.
Durch das Projekt NACOP sollen wichtige Fragen, die für die Umsetzung eines risikoadaptierten Screenings basierend auf PRS relevant sind, beantwortet werden. So ist die entitätsübergreifende Prävalenz erhöhter PRS in der Bevölkerung bisher nicht bekannt, obwohl dies für die konkrete Ausgestaltung der Früherkennungsprogramme ein zentraler Aspekt ist. Des Weiteren liegen bisher keine Informationen zum Präventionsverhalten von Personen mit erhöhtem PRS vor, was jedoch eine wesentliche Grundlage zur Ermittlung des Präventionsbedarfs in dieser Risikopopulation ist. Außerdem wirft die Nutzung genetischer Informationen für eine risikoangepasste Krebsfrüherkennung Fragen zur Akzeptanz und Kommunikation auf, die adressiert werden müssen.

Unter Verwendung von Basisdaten aus der gesamten NAKO-Stichprobe zielt das Projekt konkret darauf ab,

A) die entitätsübergreifende Prävalenz erhöhter PRS für häufige, für die Vorsorge relevante Krebsarten zu ermitteln und

B) den Zusammenhang zwischen erhöhten PRS, anderen Risikofaktoren und präventivem Verhalten zu untersuchen.

Außerdem soll
C) die Akzeptanz der Nutzung genetischer Informationen zur Risikovorhersage anhand einer Befragung in der Bremer NAKO-Stichprobe (N=10.000) und einer zusätzlich rekrutierten bevölkerungsrepräsentativen Stichprobe (N=3.000) bewertet werden, ergänzt durch qualitative Forschung zu Kommunikationsstrategien und Entscheidungshilfen.

Das Längsschnittdesign der NAKO bietet eine hervorragende Gelegenheit, die risikoadaptierte Krebsvorsorge für die nächsten Jahrzehnte weiterzuentwickeln, wofür das NACOP-Projekt die entscheidenden Grundlagen schaffen wird.
Die Durchführung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP) am Fachbereich 11 der Universität Bremen.

Förderzeitraum

Beginn:   Februar 2025
Ende:   Januar 2028

Förderer

  • Deutsche Krebshilfe

Kontaktperson

Prof. Dr. sc. hum. Ulrike Haug

Projektleitung (national)

Koordination: BIPS, Kooperationspartner: Prof. Dr. Benjamin Schüz, Universität Bremen, Bremen, Deustchland