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Evaluation der besonderen ambulanten ärztlichen Versorgung von ADHS betroffenen Kindern und Jugendlichen in Bremerhaven

Beschreibung

Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist eine der häufigsten psychischen Störungen des Kindes- und Jugendalters. ADHS sowie die vielfach in Kombination auftretenden Komorbiditäten haben Auswirkungen auf verschiedene Lebensbereiche und die Entwicklung der betroffenen Kinder und Jugendlichen. Eine effektive Therapie erfordert ein multimodales Vorgehen, welches ein koordiniertes Zusammenwirken verschiedener medizinischer Professionen voraussetzt. Um die Versorgungssituation betroffener Kinder und Jugendlicher in Bremerhaven zu verbessern, haben die Kassenärztliche Vereinigung Bremen und die AOK Bremen/Bremerhaven im Rahmen eines Pilotmodels auf Grundlage des §73c SGB V einen Vertrag zur qualitätsgesicherten Versorgung ADHS-betroffener Kinder und Jugendlicher zwischen 4 und 17 Jahren geschlossen. Dieser trat zum 01.01.2011 in Kraft.
Das Leibniz-Institut BIPS evaluierte die Wirksamkeit des im Rahmen des Vertrages durchgeführten Behandlungsprogramms. Die Evaluation erfolgte durch eine Primärdatenerhebung mit zwei Erhebungszeitpunkten: zu Beginn der Therapie im Rahmen der Vertragsteilnahme und neun Monate später. Zur Datenerhebung wurden psychologische Skalen und Fragebögen eingesetzt, die das therapeutische Vorgehen, die Effekte des Behandlungsprogramms sowie die Zufriedenheit der Teilnehmer mit der Behandlung erfassten.
Im Oktober 2012 wurde die Befragung der ADHS-Patienten und ihrer Eltern abgeschlossen. Verteilt über einen Zeitraum von zwei Jahren haben insgesamt über 100 Kinder und Jugendliche an dem Programm teilgenommen, 69 konnten in die Evaluation eingeschlossen werden. 81 Prozent der Kinder und 72 Prozent der Eltern gaben an, dass sich durch den neuen Behandlungsplan bestehende Probleme verbessert hätten. Ferner empfanden 78 Prozent der Kinder und 86 Prozent der Eltern ihre Teilnahme an dem Behandlungsprogramm als lohnenswert. Im Rahmen des neuen qualitätsgesicherten Versorgungsvertrages hatten Ärzte und Psychotherapeuten mehr Zeit für die Behandlung und konnten dadurch die Eltern besser begleiten und den Medikamenteneinsatz genauer kontrollieren.

Förderzeitraum

Beginn:   Januar 2011
Ende:   Dezember 2012

Förderer

  • Eigenmittel des BIPS

Kontaktperson

Prof. Dr. sc. hum. Ulrike Haug

Kooperationspartner

  • AOK Bremen/Bremerhaven
  • Kassenärztliche Vereinigung Bremen

Link

Kassenärztliche Vereinigung Bremen