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NORAH - Lärmwirkungsstudie

Beschreibung

Die Lärmwirkungsstudie NORAH („Noise-Related Annoyance, Cognition, and Health“, deutsch etwa „Zusammenhänge zwischen Lärm, Belästigung, Denkprozessen und Gesundheit“) wurde mit dem Ziel durchgeführt, eine möglichst repräsentative und wissenschaftlich abgesicherte Beschreibung der Auswirkungen des Lärms vom Flug-, Schienen- und Straßenverkehr im Rhein-Main-Gebiet auf die Gesundheit und Lebensqualität der betroffenen Wohnbevölkerung zu erhalten. Forschungs- und Fachinstitutionen der Medizin, Psychologie, Sozialwissenschaft, Akustik und Physik haben im NORAH - Forschungskonsortium zusammengearbeitet, um der gesamtheitlichen Erforschung der Wirkung von Verkehrslärm nachzugehen.
Das BIPS war insbesondere an der sekundärdatenbasierte Teilstudie bei ca. 1 Mill. Bewohnerinnen und Bewohnern des Rhein-Main Gebiets im Alter 40 + Jahre beteiligt. Es wurden mehrere Fall-Kontroll Analysen zu unterschiedlichen kardiovaskulären Endpunkten und deren Assoziationen mit Verkehrslärm durchgeführt. Leider war die Teilnahmerate an einer vertiefenden Befragungen zur Ermittlung möglicher Störfaktoren gering. Insgesamt zeigte sich beim Herzinfarkt ein Zusammenhang zum Straßen- und Schienenlärm, für die im Untersuchungszeitraum verstorbenen Versicherten auch zum Fluglärm. Je nach Krankheit, Lärmart und untersuchter Personengruppe steigt demnach pro zehn Dezibel Verkehrslärmzuwachs das Risiko um bis zu 3,9 Prozent. Bei der Herzinsuffizienz wurden Zusammenhänge mit den Dauerschallpegeln für alle drei Lärmarten gezeigt. Weitere Analysen u.a. zu den Endpunkten Depression, Bluthochdruck sind veröffentlicht oder befinden sich im Begutachtungsverfahren.
Insgesamt stützen die Ergebnisse die Bedeutung von Verkehrslärm als Risikofaktor für kardiovaskuläre und andere Erkrankungen, auch wenn die ermittelten Risikoschätzer in einigen Fällen tendenziell niedriger als in anderen Studien sind. Neue Erkenntnisse etwa in Bezug auf die Depression bedürfen weiterer Absicherung.

Förderzeitraum

Beginn:   April 2011
Ende:   November 2015

Förderer

  • Technische Universität Dresden

Kontaktperson

Prof. Dr. med. Hajo Zeeb

Kooperationspartner

  • Prof.Dr. Andreas Seidler (Universität Dresden)

Link

Webseite der Gesamtstudie