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Evaluation der Brustkrebsmortalität im deutschen Mammographie-Screening-Programm - Machbarkeitsstudie

Beschreibung

ZEBRA – Mach I
Evaluation der Brustkrebsmortalität im deutschen Mammographie-Screening-Programm
(Machbarkeitsstudie I)

Anfang 2005 wurde in Deutschland das Früherkennungsprogramm für Brustkrebs eingeführt. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) und das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) haben sich zusammen mit anderen Ministerien und Einrichtungen dafür eingesetzt, dass hohe Qualitätsstandards in diesem Programm realisiert werden. Neben Aspekten des Qualitätsmanagements und der Qualitätskontrolle sind insbesondere auch Fragen zur Evaluation des Früherkennungsprogramms hinsichtlich der langfristigen Wirkung auf die Brustkrebsmortalität in Deutschland von Bedeutung.
Dazu hat das BfS den Auftrag für eine Machbarkeitsstudie zur Evaluation des Mammographiescreening Programms (MSP) an das ZEBRA-Konsortium unter Leitung der Universität Münster vergeben. Die Projektpartner, darunter das BIPS, sollen in dieser Machbarkeitsstudie Konzepte entwickeln und prüfen, die es auf Basis von sekundären Individualdaten und unter Berücksichtigung der datenschutzrechtlichen Grundlagen ermöglichen, die Wirksamkeit des Früherkennungsprogramms mit epidemiologischen Methoden zu analysieren (Evaluation). Diese Konzepte sollen dann in einer Hauptstudie zur Anwendung kommen.
Das BIPS hat in diesem Projekt gemeinsam mit dem SOCIUM der Universität Bremen den Komplex „Sekundärdaten der gesetzlichen Krankenkassen“ bearbeitet. Diese Daten bieten den Vorteil, dass auch Mammographien außerhalb des Screenings abgebildet werden können. Außerdem sind auch Nichtteilnehmerinnen am Screening in diesen Daten enthalten. Den Vorteilen stehen auch eine Reihe von Nachteilen gegenüber, u.a. fehlen Angaben zur Todesursache. In der zweijährigen Projektlaufzeit (2012-2014) wurde zunächst die Machbarkeit der Evaluation des Screeningprogramms mit Daten der Kassendaten untersucht.
Das BIPS konnte zeigen, dass auf Basis der Kassendaten unter Einhaltung der aktuellen Datenschutzrechtlichen Bestimmungen Analysen zur Evaluation des MSP durchführbar sind. Die notwendigen Daten können in gleichbleibender Qualität aus vergangenen, aktuellen und zukünftigen Datenjahren mit einbezogen werden. Die Daten bieten einen für Deutschland repräsentativen Querschnitt der teilnahmeberechtigten Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren. Prävalente Brustkrebsfälle können auf Basis von ärztlichen Diagnosen von der Studienpopulation ausgeschlossen werden (diese sind nicht Teilnahme-berechtigt) und MSP-Teilnehmerinnen und Nicht-Teilnehmerinnen können individuell über einen ausreichend langen Zeitraum bis zum in der Evaluation betrachteten Endpunkt 'Tod' nachverfolgt werden. Eine Ergänzung von individuellen Todesursacheninformationen aus externen Datenquellen scheiterte bisher an rechtlichen Hürden. Erste Analysen zur Gesamtmortalität der Studienpopulation haben ergeben, dass die Inanspruchnahme des Screenings zu einem starken Selektionsbias führt, der sich in einer deutlich niedrigeren Gesamtmortalität unter Screening-Teilnehmerinnen als unter Nicht-Teilnehmerinnen äußert: da dies bereits im ersten Jahr nach Screening-Teilnahme auftritt, kann es sich dabei nicht um einen Effekt des Screenings handeln. Es ist zu erwarten, dass eine entsprechende Verzerrung zwischen diesen beiden Gruppen auch für die Brustkrebsmortalität vorliegt. Dies muss in einer Evaluationsstudie zum MSP mit adäquaten Methoden im Analysedesign berücksichtigt werden, um inhaltlich sinnvoll interpretierbare Ergebnisse zu ermöglichen. Die Entwicklung solcher analytischen Ansätze sowie die Bestrebungen, die Kassendaten mit den Todesursacheninformationen anzureichern, wurden in dem Projekt "Evaluation der Brustkrebsmortalität im deutschen Mammographie-Screening-Programm (Machbarkeitsstudie II) – ZEBRA 2" fortgeführt.

Förderzeitraum

Beginn:   Juli 2012
Ende:   September 2014

Förderer

  • Bundesamt für Strahlenschutz (BfS)

Kontaktperson

Prof. Dr. med. Hajo Zeeb

Projektleitung

Prof. Dr. Hans Werner Hense, Universität Münster

Kooperationspartner

  • Dr Klaus Giersiepen (Zentrum für Sozialpolitik (ZeS), Universität Bremen)
  • Dr. Oliver Heidinger (Epidemiologisches Krebsregister NRW gGmbH)
  • Prof. Dr. Walter Heindel (Institut für Klinische Radiologie, Medizinische Physik, Universität Münster)
  • Prof. Dr. Hans Werner Hense (Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin, Westfälische Wilhelms-Universität Münster)
  • Prof.Dr. Stefanie Klug (Universitäts KrebsZentrum, Dresden)
  • Prof. Dr. Heinz Rothgang (Zentrum für Sozialpolitik (ZeS), Universität Bremen)