Einzelansicht

Fehlversorgung bzgl. Kontroll-Koloskopien in Deutschland: Ausmaß, Determinanten und Konzipierung von Lösungsansätzen

Beschreibung

Fehlversorgung bzgl. Kontroll-Koloskopien in Deutschland: Ausmaß, Determinanten und Konzipierung von Lösungsansätzen

Darmkrebs ist in Deutschland die zweithäufigste Krebserkrankung. Meistens entwickelt sich Darmkrebs über einen langen Zeitraum aus Krebsvorstufen, die bei einer Koloskopie (Darmspiegelung) entfernt werden können. Personen, bei denen Krebsvorstufen entfernt wurden, sollten sich regelmäßig einer Kontroll-Koloskopie unterziehen. Der empfohlene Zeitabstand für diese Kontroll-Koloskopien ist je nach Vorbefund unterschiedlich. Er hängt vom Schweregrad der Krebsvorstufe und damit vom Risiko ab. Es gibt jedoch einige Hinweise, dass die empfohlenen Zeitabstände oft nicht eingehalten werden, nämlich dass bei Personen mit niedrigem Risiko zu häufig und bei Personen mit hohem Risiko zu selten oder gar keine Kontroll-Koloskopien durchgeführt werden. Eine Vermeidung dieser Fehlversorgung könnte dazu beitragen, die vorhandenen Ressourcen sinnvoller zu nutzen und gleichzeitig das Potenzial der Darmkrebsfrüherkennung weiter auszuschöpfen. Ziel des Projektes ist es zu untersuchen, in welchem Ausmaß in Deutschland eine Fehlversorgung hinsichtlich Kontroll-Koloskopien stattfindet und wodurch sie bedingt ist. Darauf aufbauend werden Konzepte entwickelt, um dieser Fehlversorgung entgegenzuwirken. Dazu werden Versichertendaten von etwa 20 Millionen Personen ausgewertet und etwa 11.000 Personen nachbefragt, die sich vor 5-8 Jahren einer Koloskopie unterzogen.
Mit der Einführung organisierter Programme zur Darmkrebs-Früherkennung in Deutschland und in vielen anderen Ländern wird die Thematik weiter an Relevanz gewinnen. Dadurch besitzt das Projekt auch international einen Modellcharakter.

Förderzeitraum

Beginn:   Februar 2017
Ende:   Januar 2020

Förderer

  • Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA)

Kontaktperson

Prof. Dr. sc. hum. Ulrike Haug