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Evaluation der Brustkrebsmortalität im deutschen Mammographiescreening- Programm (Mortalitätsevaluation) - Hauptphase 1

Beschreibung

Evaluation der Brustkrebsmortalität im deutschen Mammographie-Screening-Programm
(Hauptphase I)

Seit dem Jahr 2009 ist das Mammographie-Screening-Programm (MSP) in Deutschland flächendeckend eingeführt. Erst nach Einführung wurden im Zuge des gesetzlich vorgegebenen Auftrags verschiedene Möglichkeiten eruiert, die Wirksamkeit dieses Programms hinsichtlich einer Senkung der Brustkrebsmortalität zu untersuchen. In diesem Kontext steht das Vorhaben ZEBRA-HS-I.
Der am BIPS durchgeführte Teil des ZEBRA-HS-I-Vorhabens wird als Kohortenstudie durchgeführt und basiert auf sogenannten Sekundärdaten (das heißt, die Daten wurden in einem anderen Kontext erhoben und werden ‚sekundär‘ für dieses Vorhaben genutzt). Die am BIPS gepflegten Daten einer deutschlandweiten Stichprobe von pseudonymisierten Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) werden dabei eine zentrale Rolle einnehmen. In der bereits beendeten Machbarkeitsphase dieses Vorhabens (siehe Mach I und Mach II) konnte unser Institut die grundsätzliche Eignung dieser Daten für die geplanten Auswertungen zeigen.
In dem jetzt laufenden, ersten Teil der Hauptstudie des Vorhabens (ZEBRA-HS-I) gilt es, die Datenbasis und die Auswertungsmethodik für die im zweiten Teil der Hauptstudie geplanten Analysen zum Vergleich der Brustkrebsmortalität bei MSP Teilnehmerinnen und Nicht-Teilnehmerinnen vorzubereiten. Da der betrachtete Endpunkt dieser Studie (Brustkrebsmortalität) ein relativ seltenes Ereignis ist, muss für eine präzise Abschätzung eines möglichen Effektes des MSP eine sehr große Studienpopulation einbezogen werden. Außerdem wäre ein Effekt des MSP erst ca. 6-10 Jahre nach Screening-Teilnahme auf Populationsebene messbar, so dass die Studienpopulation lange nachbeobachtet werden muss. Eine besondere Herausforderung für die Analysen stellt der Umstand dar, dass Frauen, die am Screening teilnehmen, sich u.a. hinsichtlich Risikofaktoren vermutlich von Nicht-Teilnehmerinnen unterscheiden. Ein daraus resultierender Selektionsbias muss in den statistischen Analysen berücksichtigt werden.
In der jetzt laufenden Projektphase ZEBRA-HS-I bearbeitet das BIPS primär folgende Aufgaben:
• Aufbau einer Datenbasis für Evaluationsanalysen, die 15 Datenjahre und ca. 15% der zur Screening-Teilnahme berechtigten Frauen umfassen wird
• Ergänzung der GKV-Daten um die Information zur Todesursache für verstorbene Versicherte
• Umsetzung von Verfahren zur Kontrolle des Selektionsbias als Vorbereitung der Evaluationsanalysen
Für den Aufbau der Datenbasis werden die Datenjahre 2004 bis 2018 und die pseudonymisierten Daten von 5 Versicherungsunternehmen der GKV einbezogen. Die in den GKV Daten fehlende Todesursache wird zum einen über einen Abgleich mit Krebsregistern und zum anderen über die Nutzung eines GKV Daten basierten Algorithmus ergänzt werden. Für die Kontrolle des Selektionsbias in den statistischen Analysen werden innovative Vorgehensweisen entwickelt, die dem speziellen Setting im deutschen MSP gerecht werden sollen.

Förderzeitraum

Beginn:   Januar 2018
Ende:   September 2020

Förderer

  • Bundesamt für Strahlenschutz (BfS)

Kontaktperson

Dr. rer. nat. Ingo Langner

Projektleitung (national)

Dr. Heike Wersching, Universität Münster

Kooperationspartner

  • Dr. Joachim Kieschke (Epidemiologisches Krebsregister Niedersachsen)
  • Dr. Monika Klinkhammer-Schalke (Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren)
  • Dr. Martin Meyer (Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit)
  • Dr. Heike Minnerup (Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin, Westfälische Wilhelms-Universität Münster)
  • Prof. Heinz Rothgang (SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik, Universität Bremen)
  • Dr. Andreas Schützendübel (Landeskrebsregister Nordrhein Westfalen)