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Multimodale Therapie der ADHS in GKV-Abrechnungsdaten

Beschreibung

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) zählt zu den häufigsten neurokognitiven Entwicklungsstörungen des Kindes- und Jugendalters. ADHS ist über den gesamten Lebenszyklus mit einer Vielzahl von Komplikationen verbunden. Hierzu zählen beispielsweise psychiatrische Komorbiditäten (z. B. Substanzmissbrauch), soziale Beeinträchtigungen (z. B. Ehe- und Kindererziehungsprobleme), Schul- und berufliches Versagen (z. B. Arbeitslosigkeit) sowie riskantes Verhalten (z. B. erhöhtes Auftreten von Verkehrsunfällen). Die Kostenbelastung durch ADHS — alleine für die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) — wurde für Deutschland auf über 260 Millionen Euro jährlich geschätzt. Daher ist eine frühzeitige und effektive Behandlungsstrategie für ADHS-Betroffene essenziell.

Der in nationalen und internationalen ADHS-Leitlinien empfohlene multimodale Behandlungsansatz umfasst dabei neben der Verwendung von Medikamenten (z. B. Methylphenidat) auch psychosoziale Maßnahmen wie Psychotherapie. Derzeit gibt es kaum populationsbasierte Untersuchungen, die das Ausmaß der Nutzung multimodaler Behandlungsansätze bei Kindern und Jugendlichen mit der Diagnose ADHS untersuchen.

Dieses Forschungsprojekt beschäftigt sich daher mit der Frage, wie hoch der Anteil der Kinder und Jugendlichen mit ADHS ist, der multimodal versorgt wird.
Basierend auf GKV-Daten werden dabei für die Erfassung psychotherapeutischer Maßnahmen neben der Richtlinien-Psychotherapie insbesondere auch niederschwellige ärztliche Gesprächsleistungen mit psychotherapeutischem Charakter berücksichtigt.

Förderzeitraum

Beginn:   Oktober 2019
Ende:   September 2020

Förderer

  • Friede Springer Stiftung

Kontaktperson

PD Dr. rer. nat. Oliver Riedel