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Pränatale und kindliche Immunisierung und das Risiko von Kinderkrebserkrankungen

Beschreibung

Die Ursachen für Krebserkrankungen im Kindesalter sind größtenteils noch unbekannt. Derzeit stehen einige über immunologische Pfade möglicherweise protektiv wirkende Faktoren, wie überwundene Infektionen und vor allem Impfen, im Fokus der Diskussion. Allerdings sind die Ergebnisse der bisher durchgeführten Beobachtungsstudien über den Zusammenhang von Impfungen und Kinderkrebserkrankungen widersprüchlich.

Im PRECHIC (Prenatal and childhood immunization and the risk of childhood cancer) Projekt werden auf der Basis von Krankenkassendaten der German Pharmacoepidemiological Research Database (20 Mio. Versicherte) in einer Kohorte von Neugeborenen mögliche Zusammenhänge zwischen Impfungen und dem Auftreten von Kinderkrebserkrankungen deutschlandweit untersucht. Dabei werden nicht nur Impfungen der Kinder selbst sondern auch Impfungen der Mutter während der Schwangerschaft mittels Bildung von Mutter-Kind-Paaren berücksichtigt. Die in dieser Größe einmalige Geburtskohorte wird über 1 Mio. Kinder (17% aller deutschen Geburten) umfassen und die Beobachtung von etwa 2300 Kinderkrebsfällen unter 18 Jahren erlauben. Die Größe der Geburtskohorte ermöglicht detaillierte statistische Analysen zu verschiedenen potentiellen Einflussfaktoren von Kinderkrebserkrankungen unter Berücksichtigung von zahlreichen Störfaktoren (Alter, Geschlecht, soziale Position, Impfungen, Erbkrankheiten, Atopien, Autoimmunerkrankungen, Infektionen, Medikamente, medizinische Untersuchungen und Therapien). Die Nutzung von Routinedaten erlaubt eine historische und individuelle Erfassung dieser Risikofaktoren ohne potentielle Falschangaben der Studienteilnehmer und die Beschreibung dieser Faktoren hinsichtlich Prävalenz und Inzidenz. In Deutschland besteht im Gegensatz zu anderen Ländern weder eine Impfpflicht noch eine systematische Erfassung der verabreichten Impfungen. Im Rahmen dieses Projektes werden die Impfprävalenzen deshalb innerhalb dieser deutschen Geburtskohorte ermittelt. Des Weiteren wird die Kinderkrebsinzidenz bestimmt und mit den vorliegenden Inzidenzen des Deutschen Kinderkrebsregisters verglichen. Anschließend wird der Zusammenhang zwischen Impfungen und dem Kinderkrebsrisiko über die bisherige Lebensspanne betrachtet.

Das übergeordnete Ziel dieses Vorhabens ist es, zur Klärung immunologischer Einflussfaktoren von unterschiedlichen Kinderkrebserkrankungen beizutragen. Langfristig ergibt sich aus diesem innovativen Studienansatz die vielversprechende Forschungsperspektive weitere potentielle Einflüsse auf Kinderkrebserkrankungen durch die Nutzung von medizinischen Abrechnungsdaten zu untersuchen.

Förderzeitraum

Beginn:   Oktober 2022
Ende:   Juni 2025

Förderer

  • Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Kontaktperson

Dr. phil. Manuela Marron