Kiwis, Ananas und Papaya machen Joghurt bitter
Nicht nur Kiwis machen Milchprodukte bitter
Schuld daran ist das Enzym Actinidin, das in der Kiwi steckt. Das zerlegt das Milcheiweiß in kleine Bruchstücke, die dann bitter schmecken. Papaya und Ananas besitzen ähnliche Enzyme, nämlich das Papain und das Bromelain. Auch hier tritt beim Mischen mit Milchprodukten der „Bitter-Effekt“ ein. Das betrifft nicht nur Joghurt, sondern alle Milchprodukte, beispielsweise auch Sahne und Quark.
Ist der Verzehr gefährlich? Giftig werden die Milchprodukte dadurch nicht, allerdings kann es bei übermäßigem Verzehr zu Magen-Darmproblemen kommen. Diese Gefahr ist jedoch eher gering, denn es schmeckt wirklich ziemlich bitter.
Wenn die Gelatine für´s Törtchen nicht fest wird …
sind vielleicht Kiwis, Papayas oder Ananas mit im Spiel. Die Enzyme dieser Früchte greifen auch das Eiweiß in der Gelatine an und verhindern so den Gelierprozess.
Gewusst wie:
- Mischen Sie die Fruchtstücke erst direkt vor dem Verzehr in die Milchspeise, denn eine kleine Weile bleibt sie so noch genießbar. Oder essen Sie Kiwi & Co. separat dazu.
- Auf Torten mit Quark oder Sahne sind die exotischen Früchte kein Problem, wenn eine Schicht Tortenguss oder Schokolade sie vom Milchprodukt trennt. Der Guss darf allerdings keine Gelatine enthalten. Legen Sie die Früchte am besten erst direkt vor dem Verzehr auf das Gebäck.
- Durch kurzes Aufkochen der Früchte werden die eiweißspaltenden Enzyme deaktiviert. So können sie unbedenklich in Milchprodukten verzehrt werden. Allerdings leidet dabei das Vitamin C und die Früchte sind weniger ansehnlich.
- Obst aus Konserven ist bereits erhitzt und kann deshalb bedenkenlos mit Milchprodukten vermischt werden, ohne bitter zu werden.
- Noch ein Tipp: Weichen Sie auf gelbfleischige Kiwis aus. Diese enthalten das Enzym Actinidin fast gar nicht.
Übrigens: Die Lebensmittelindustrie macht sich den eiweißabbauenden Effekt dieser Enzyme zunutze und setzt sie als Wundermittel für zartes Fleisch ein. Diesen Effekt können Sie auch zu Hause nutzen. Reiben Sie Fleisch mit frischen Ananasscheiben oder Kiwihälften ein und lassen es kurz marinieren. Dadurch wird das Bindegewebe „aufgespalten“ und das Fleisch wird besonders zart.
Kontakt:
Wiebke von Atens-Kahlenberg, atens(at)leibniz-bips.de
Brigitte Bücking, buecking(at)leibniz-bips.de
Larissa Bachmann, bachmannl@leibniz-bips.de
Text- und Bildquellen (aktualisiert 10/2023):
- Lebensmittelwissen. (2023) Warum wird Milch bitter, wenn man Kiwis dazu gibt? https://www.lebensmittelwissen.de/tipps/faq/kiwis-milch.php (Zugriff am 09.10.2023)
- NDR. (2021) Exotische Früchte: Mango, Ananas und Granatapfel zubereiten. https://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/Exotische-Fruechte-Mango-Ananas-und-Granatapfel-zubereiten,fruechte126.html (Zugriff am 09.10.2023)
- Bilder: ©fotolia.com: oilslo; ArTo
Dieser Artikel wurde ursprünglich für unseren Kita-Ernährungsnewsletter erstellt und hat sich bewährt – deshalb findet er sich nun auch online für alle zugänglich.
