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Vorsicht, wenn die Zucchini bitter schmeckt

Liebe Leserinnen und Leser des BIPS-Newsletters,

hatten Sie schon mal den Eindruck, dass die Zucchini, die Sie verarbeiten wollten, bitter schmeckte? Dann haben Sie sehr wahrscheinlich eine Zucchini erwischt, die spezielle Bitterstoffe, so genannte Cucurbitacine, enthielt. Diese kommen auch bei Gurke, Kürbis und Melone, also generell bei Kürbisgewächsen vor.

Zucchinis

Der Verzehr von Gemüsen mit erhöhtem Gehalt an Cucurbitacinen kann Übelkeit, Bauchkrämpfe, Erbrechen, Durchfall oder in größeren Mengen Darmschäden hervorrufen. Auch Kopfschmerzen oder Herzrasen kommen vor. In Einzelfällen kann eine solche Vergiftung sogar zum Tod führen, beispielsweise wenn jemand den bitteren Geschmack des betroffenen Gemüses nicht wahrnimmt und sehr große Mengen davon isst. Besonders empfindlich sind Kleinkinder, immungeschwächte und ältere Menschen, da sie einen lebensgefährlichen Flüssigkeitsmangel erleiden können.

Hobbygärtner müssen aufpassen

Bei den Cucurbitacinen handelt es sich um pflanzeneigene Schutzstoffe, die bei den heutigen Gartensorten der Zucchini längst weggezüchtet wurden. Zierkürbisse enthalten jedoch noch große Mengen dieser Bitterstoffe. Wachsen im Garten Zucchini neben Zierkürbissen, kann es zu Kreuzungen kommen. Zieht man aus dem Saatgut der geernteten Zucchini im nächsten Jahr neue Pflanzen, ist die Gefahr groß, dass diese auch das Bitterstoff-Gen besitzen. In den Sorten, die man im Lebensmittelhandel kaufen kann, ist normalerweise kein Cucurbitacin enthalten.

So schützen Sie sich vor bitteren Kürbisgewächsen

  • Auch wenn Zucchini & Co. aus dem Supermarkt normalerweise nicht bitter schmecken: Gehen Sie auf Nummer sicher und probieren Sie vor der Zubereitung immer eine kleine Menge. Das ist wichtig, da Gewürze den bitteren Geschmack überdecken könnten. Bemerken Sie auch nur einen leicht bitteren Geschmack, spucken Sie den Bissen aus und entsorgen Sie die betroffene Frucht. Schmeckt eine bereits zubereitete Speise aus Kürbisgewächsen bitter, werfen Sie sie ebenfalls weg. Cucurbitacin ist hitzestabil, zersetzt sich also nicht beim Kochen.
  • Hobbygärtner sollten möglichst keine Samen aus selbst angebautem Gemüse verwenden, sondern jährlich frisches Saatgut kaufen. So beugen Sie unerwünschten Kreuzungen vor.
  • Im eigenen Garten sollten essbare Kürbisgewächse und Zierkürbisse weit auseinander angebaut werden, damit es nicht zu Rückkreuzungen kommt.

Kontakt:

Wiebke von Atens-Kahlenberg, atens(at)leibniz-bips.de

Brigitte Bücking, buecking(at)leibniz-bips.de

Larissa Bachmann, bachmannl@leibniz-bips.de

Text- und Bildquellen (aktualisiert 10/2023)

Dieser Artikel wurde ursprünglich für unseren Kita-Ernährungsnewsletter erstellt und hat sich bewährt – deshalb findet er sich nun auch online für alle zugänglich.