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BIPS-Institutsseminar: Story-led statt datengetrieben: Neue Impulse für die Kausale Inferenz

Beim BIPS-Institutsseminar stellte Jessica Young, Associate Professor of Population Medicine am Harvard Medical School und Harvard Pilgrim Health Care Institute, eine neue Sichtweise auf die Konsistenzbedingung in der modernen Kausalem Inferenz vor. Im Mittelpunkt ihres Vortrags vom 30. April 2025 stand die Frage, wie sich kausale Zusammenhänge besser verstehen lassen, wenn die wissenschaftliche Erzählung hinter einer Fragestellung den Ausgangspunkt bildet.

Grafik zum BIPS-Institutsseminar mit blauem Hintergrund und BIPS-Leibniz-Logo links oben. Links steht der Text: „BIPS-Institutsseminar: Story-led statt datengetrieben: Neue Impulse für die Kausalinferenz“. Rechts ist eine Frau mit Brille und langen braunen Haaren zu sehen, die vor einem Bücherregal steht und in die Kamera lächelt.

Young erläuterte die zentrale Kontroverse in der Kausalforschung: Ein Teil der Fachwelt betrachtet Konsistenz als definitorisches Element eines Modells, während andere sie als Annahme begreifen, die scheitern kann, sobald eine Behandlung in unterschiedlichen Varianten auftritt und damit das Ziel einer Analyse unklar wird. Ihr alternativer Ansatz, ein „story-led approach“, stellt die inhaltliche Struktur eines Forschungsprojekts vor die Beschränkungen der Datenlage.

Anhand von Studien zum vermeintlichen „protektiven Effekt von Krebs auf Demenz“ zeigte Young, wie ein klar formuliertes wissenschaftliches Narrativ dazu beiträgt, Zielgrößen präziser zu definieren und Missverständnisse im Umgang mit der Konsistenzbedingung zu vermeiden. Ihr Beitrag machte deutlich, wie wichtig konzeptionelle Klarheit für robuste Schlussfolgerungen in komplexen Langzeitstudien ist.