BIPS-Institutsseminar: Story-led statt datengetrieben: Neue Impulse für die Kausale Inferenz
Young erläuterte die zentrale Kontroverse in der Kausalforschung: Ein Teil der Fachwelt betrachtet Konsistenz als definitorisches Element eines Modells, während andere sie als Annahme begreifen, die scheitern kann, sobald eine Behandlung in unterschiedlichen Varianten auftritt und damit das Ziel einer Analyse unklar wird. Ihr alternativer Ansatz, ein „story-led approach“, stellt die inhaltliche Struktur eines Forschungsprojekts vor die Beschränkungen der Datenlage.
Anhand von Studien zum vermeintlichen „protektiven Effekt von Krebs auf Demenz“ zeigte Young, wie ein klar formuliertes wissenschaftliches Narrativ dazu beiträgt, Zielgrößen präziser zu definieren und Missverständnisse im Umgang mit der Konsistenzbedingung zu vermeiden. Ihr Beitrag machte deutlich, wie wichtig konzeptionelle Klarheit für robuste Schlussfolgerungen in komplexen Langzeitstudien ist.
