BIPS-Institutsseminar: Chancen und Herausforderungen für Apps zur Rauchentwöhnung
Naughton verwies darauf, dass Rauchen einer der wichtigsten vermeidbaren Risikofaktoren für Erkrankungen ist und dass die Nutzung von Apps zur Rauchentwöhnung weltweit stark wächst. Prognosen zufolge könnte die Zahl der Nutzerinnen und Nutzer solcher Anwendungen zwischen 2022 und 2026 auf rund 33 Millionen pro Jahr ansteigen. Digitale Angebote ermöglichten es, Unterstützungsangebote unabhängig von Ort und Zeit bereitzustellen und Interventionen individuell an Situationen und Bedürfnisse anzupassen.
Gleichzeitig machte Naughton deutlich, dass mehrere zentrale Herausforderungen bestehen, die den Einfluss dieser Anwendungen begrenzen. Dazu zählen der Nachweis ihrer Wirksamkeit, die Fähigkeit, wirksame Apps gezielt zu den relevanten Nutzergruppen zu bringen, sowie die Förderung einer nachhaltigen Nutzung. Weitere Themen waren der Umgang mit Rückfällen, Entzugssymptomen und Cravings sowie die Frage, wie Verantwortlichkeit und langfristiges Engagement der Nutzerinnen und Nutzer unterstützt werden können.
Der Vortrag griff zudem aktuelle technologische Entwicklungen auf. Naughton skizzierte, wie Fortschritte in den Bereichen Sensorik, künstliche Intelligenz und Hardware künftig dazu beitragen könnten, digitale Unterstützungsangebote für die Rauchentwöhnung weiterzuentwickeln. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf methodischen Innovationen in der Studienplanung, die ein besseres Verständnis von Nutzung und Wirkung von Rauchentwöhnungs-Apps ermöglichen sollen.
Felix Naughton ist Professor für Gesundheitspsychologie an der University of East Anglia.
