Anwendung und Sicherheit von Medikamenten in der Schwangerschaft

Die Einnahme von Medikamenten in der Schwangerschaft kann schwerwiegende Auswirkungen auf die Entwicklung und Gesundheit des Kindes haben. Andererseits kann es Mutter und Kind auch schaden, wenn notwendige Behandlungen beispielsweise bei Epilepsie oder Depressionen während der Schwangerschaft unterbrochen werden. Um den Nutzen von Medikamenten gegen mögliche (Langzeit-)Risiken abwägen zu können, werden Informationen zum Risiko einzelner Wirkstoffe bzw. Wirkstoffklassen während der Schwangerschaft benötigt.

Datenbanken basierend auf Abrechnungsdaten gesetzlicher Krankenversicherungen – wie die Pharmakoepidemiologische Forschungsdatenbank (GePaRD) ‑ sind auf Grund ihrer Größe, des Bevölkerungsbezugs und der enthaltenen Informationen für Studien zur Arzneimittelanwendung und -sicherheit während der Schwangerschaft gut geeignet.

Daher umfasst dieser Forschungsschwerpunkt folgende Bereiche:

  • Methodische Arbeiten, u.a. die Entwicklung von Algorithmen zur validen Erfassung von Schwangerschaften sowie zur korrekten Schätzung des Schwangerschaftsbeginns
  • Beschreibung der Arzneimittelanwendung vor, während und nach der Schwangerschaft, auch im Vergleich zu nicht schwangeren Frauen
  • Untersuchung der (Langzeit-)Sicherheit einzelner Wirkstoffe bzw. Wirkstoffklassen während der Schwangerschaft

Eingeworbene Drittmittel

Untersuchungen zur Arzneimitteltherapiesicherheit in der Schwangerschaft basierend auf Routinedaten in Deutschland (AMTS in utero) in Kooperation mit Die Techniker (TK) und dem Institut für Klinische Pharmakologie und Toxikologie an der Charité / Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie (Embryotox), Förderer: GBA, Laufzeit: 02/2017-01/2020

Ausgewählte Publikationen

  • Wentzell N, Schink T, Haug U, Ulrich S, Niemeyer M, Mikolajczyk R. Optimizing an algorithm for the identification and classification of pregnancy outcomes in German claims data. Pharmacoepidemiol Drug Saf. 2018 Sep;27(9):1005-1010. https://doi.org/10.1002/pds.4588.
  • Wentzell N, Haug U, Schink T, Engel S, Liebentraut J, Linder R, Onken M, Schaefer C, Dathe K. Prescribing valproate to girls and women of childbearing age in Germany : Analysis of trends based on claims data. Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz. 2018 Aug;61(8):1022-1029. https://doi.org/10.1007/s00103-018-2768-1.
  • Mikolajczyk R T, Schmedt N, Zhang J, Lindemann C, Langner I & Garbe, E. (2013). Regional variation in caesarean deliveries in Germany and its causes. BMC pregnancy and childbirth, 13(1), 99. https://doi.org/10.1186/1471-2393-13-99.
  • Mikolajczyk R T, Kraut A A & Garbe E. (2013). Evaluation of pregnancy outcome records in the German Pharmacoepidemiological Research Database (GePaRD). Pharmacoepidemiology and drug safety, 22(8), 873-880. https://doi.org/10.1002/pds.3467.
  • Garbe E, Suling M, Kloss S, Lindemann C & Schmid U. (2011). Linkage of mother–baby pairs in the German Pharmacoepidemiological Research Database. Pharmacoepidemiology and drug safety, 20(3), 258-264. https://doi.org/10.1002/pds.2038.

 

Ausgewählte Kongressbeiträge

  • Wentzell N, Haug U, Dathe K, Onken M, Schink T. Information on the expected delivery date in German claims data: Assessing its potential to estimate the beginning of pregnancy. 34th International Conference on Pharmacoepidemiology & Therapeutic Risk Management (ICPE), August 22-26, 2018, Prague, Czech Republic.